Check – Challenge gemeistert: Nach knapp neun Stunden kam das Duo in Torbole an.
Samstag, 0 Uhr: Start am Marienplatz in München.
Schneller als die Vespa: Die beiden Triathleten Niklas Ludwig und Max Hoffmann fuhren 364 km am Stück Vollgas. © Flo Gassner (3)
München – Wer am Dienstagmittag mit dem Auto vom Marienplatz nach Torbole fahren wollte, dem prophezeiten die üblichen Routenplaner eine Zeit von knapp 4 Stunden und 45 Minuten. Auf zwei Rädern sollten Normalsterbliche rund 22,5 Stunden benötigen.
Dass man die Strecke mit dem Bike auch in unter zehn Stunden schaffen kann, haben Niklas Ludwig (24) und Max Hoffmann (29) in der Nacht von Samstag auf Sonntag bewiesen. Pünktlich um Mitternacht pedalierten die Profi-Triathleten auf ihren Zeitfahrrädern los – 9 Stunden und 8 Minuten (reine Fahrzeit) später erreichten sie das Gardasee-Ufer. 52 Minuten schneller als erhofft. Dazwischen lagen 364,67 Kilometer und 2411 Höhenmeter.
„Man ist dann doch zu mehr in der Lage, wenn man es nur stark genug will”, resümierte der Hildesheimer Hoffmann, der am Brenner zwischenzeitlich mit muskulären Problemen kämpfte. Mitstreiter Ludwig musste sich mit Magenproblemen gar mehrmals übergeben.
Am Ende stand ein Schnitt von 39,9 km/h. Zum Vergleich: Ironman Sam Laidlow fuhr bei seinem diesjährigen Roth-Erfolg fast 46 km/h – auf einer abgesperrten Strecke (180 km, 1500 hm). Dafür hatte das Gardasee-Duo Vollzeitverpflegung durch ein Begleitfahrzeug. Rund 135 Gramm pro Stunde nahmen beide – fast ausschließlich in flüssiger Form – zu sich. Das reichte für Durchschnittswerte von rund 250 Watt (Hoffmann) und 235 Watt (Ludwig).
Entstanden ist die Idee recht spontan innerhalb von nur drei Wochen. Dementsprechend überschaubar war die Vorbereitung. „Ich bin in meinem Leben noch nie länger als 200 km gefahren“, verrät Mitteldistanzler Ludwig unserer Zeitung.
Ein Schienbeinkantensyndrom hinderte ihn zuletzt am Laufen, demnächst will der Münchner aber wieder in der 2. Bundesliga starten. Und in Zukunft? „Mich treibt der Wettkampfsport an“, so Ludwig. „Aber ich kann mir schon vorstellen, so ein ähnliches Projekt vereinzelt einzustreuen.“MATHIAS MÜLLER