WM

Was zum Kukuk?

von Redaktion

Stress mit Olympia-Held soll bei den Springreitern „keine Rolle spielen“

Christian Kukuk auf Checker: 2024 in Versailles die Helden, jetzt nur noch Ersatz. © Vennenbernd/dpa

Aachen – Für Bundestrainer Otto Becker darf die angespannte Situation um Olympiasieger Christian Kukuk bei den Weltmeisterschaften in Aachen nichts und niemanden mehr beeinflussen. „Was auch immer passiert oder passiert ist, darf hier keine Rolle spielen“, sagte Becker vor Beginn der Springreit-Wettkämpfe am Mittwoch in der Soers: „Hier steht das Team im Vordergrund. Das ist das Wichtigste – man muss Respekt voreinander haben.“

Die deutsche Mannschaft startet am Mittwoch ihre WM-Mission, in Beckers Equipe stehen aber Olympiasieger Kukuk und dessen Pferd Checker nur als Ersatzpaar parat. Ursprünglich war das Paar sogar nur zweite Reserve gewesen. Die Entscheidung hatte im Vorfeld für Verwunderung gesorgt – und Kukuk bekundete öffentlich seinen Unmut. Becker zeigte sich einfühlsam.

„Dass Christian enttäuscht ist, kann ich total verstehen“, sagte der 67-Jährige. Er selbst sei auch schonmal nur Ersatzmann gewesen und sieht es als „eine undankbare Aufgabe“ an. Kukuk habe „als Olympiasieger, genau wie andere auch, versucht, sich zu qualifizieren. Aber wir haben es sportlich bewertet.“ Den Vorzug erhielten Europameister Richard Vogel, Sophie Hinners, Daniel Deußer und André Thieme. Nach Thiemes Absage rückte Routinier Marcus Ehning, zuvor erster Reservist, nach.

Becker hätte besonders Kukuks Pferd, das seinen Reiter vor Schloss Versailles 2024 überraschend zu Einzelgold bei Olympia getragen hatte, gern im Team gehabt. Er habe Checker „ja schließlich vierjährig gekauft, ihn entdeckt und fünf Jahre im eigenen Stall gehabt“, erklärte der Bundestrainer: „Aber wir haben die erste Phase der Sichtungsturniere bewertet und haben eben anders nominiert.“ Ein Einsatz von Kukuk kommt nun nur noch infrage, sollte eines der Paare frühzeitig zurückziehen.

Zu allem Überfluss ist Kukuk auch noch mit einer Verspätung aus unschönem Grund in Aachen eingetroffen. Ein plötzlicher Wasserschaden zu Hause hielt ihn auf, so stieß erst am Abend zur Mannschaft. „Es war einfach so, dass er vom Turnier nach Hause kam Sonntagabend, und da ist eine Decke heruntergekracht von einem Wasserschaden“, schilderte Becker. Deshalb hatte er „noch ein paar Dinge zu klären mit Handwerkern und Gutachtern der Versicherung“.SID

Artikel 1 von 11