Isaiah Hartenstein kann aktuell noch nicht für Deutschland spielen. © Ruiz/IMAGO
Hamburg – Mit einem Basketball in der Hand saß Isaiah Hartenstein in Zivil am Rande des Trainingscourts in Hamburg, auch mit Kapitän Dennis Schröder wechselte er ein paar Worte – sein heiß erwartetes Comeback fällt jedoch aus. Wegen einer Knöchelverletzung kann sich der NBA-Champion in diesem Sommer nicht mehr mit den Weltmeistern für die WM 2027 in Katar einspielen. Seine Nationalmannschaftskarriere steht bislang unter keinem günstigen Stern.
Dabei wollte Hartenstein jetzt unbedingt für Deutschland auf dem Feld stehen, erstmals seit acht Jahren wieder. „Auf jeden Fall will ich das Commitment zeigen“, sagte der 28-Jährige kürzlich im Interview mit dem kicker und basketball-world.news. Er sei „sehr froh, wieder dabei zu sein. Ich wollte eigentlich in den letzten zwei Jahren schon spielen.“ Doch bis heute kam immer etwas dazwischen. Vor allem Verletzungen.
Beim anstehenden Supercup in Hamburg sowie bei den beiden WM-Qualifikationsspielen danach muss der Center von Oklahoma City Thunder nun zusehen. Hartenstein bleibt jedoch beim Team, wird auch bei den Supercup-Partien in der Hansestadt am Freitag (20.30 Uhr/MagentaTV) gegen Tschechien und am Samstag gegen die Türkei oder Kroatien anwesend sein. Ihm ist es ernst mit der Nationalmannschaft, er will sich in das Teamgefüge des Welt- und Europameisters einbringen.
Das stimmt auch Schröder positiv. „Commitment ist alles. Wenn du nicht trainieren kannst und hier dein Gesicht zeigst, bedeutet das dem Team und der Föderation sehr viel. Auf dem Spielfeld wissen wir, was er bringt“, sagte er am Mittwoch.
Bundestrainer Álex Mumbrú hatte gehofft, Hartenstein schon diesen Sommer in sein System einbauen zu können. Ein Center von seinem Format wäre ein gewaltiges Upgrade. „Er reboundet, holt extra Possessions, er blockt Würfe, er verteidigt den besten Big Man. Offensiv hat er wahrscheinlich den besten Floater der Liga, und er kann passen“, hatte Schröder zuletzt im Gespräch mit der Braunschweiger Zeitung geschwärmt.
Hartensteins spielerische Integration wird nun erst in der unmittelbaren WM-Vorbereitung im kommenden Jahr möglich sein, für die Länderspielfenster im November und Februar sind NBA-Spieler nicht verfügbar. Auch für Hartenstein persönlich hatte die NBA lange Vorrang, weshalb er seinen bislang letzten Einsatz für die DBB-Auswahl 2018 absolvierte, ehe er später im gleichen Jahr seine NBA-Karriere bei den Houston Rockets startete.
„In den ersten vier, fünf Jahren musste ich mich in der NBA beweisen. Da war es mir wichtig, was die Teams denken und wie ich mich dort etablieren kann. Es hieß oft, ich solle lieber dableiben und trainieren“, sagte Hartenstein. Als der Aufstieg des deutschen Basketballs mit EM-Bronze 2022 und WM-Gold 2023 seinen Anfang nahm, feierte Hartenstein bei den New York Knicks seinen Durchbruch. Weil er sich zu Beginn der Amtszeit des damaligen Trainers Gordon Herbert 2021 nicht für drei Jahre beim DBB-Team verpflichten konnte, war er lange außen vor.
Nachfolger Mumbrú bemühte sich enorm um ihn, aber vor der EM im Vorjahr hatten Hartenstein Achillessehnenprobleme nach dem Gewinn des NBA-Titels mit OKC ausgebremst. Und nun ist es der Knöchel.SID