Wie sehr Jamal Musiala Leistungssportler durch und durch ist, zeigte sich selbst in seinem Statement vom Dienstagabend. Kurz nachdem er in Heidenheim erneut zusammengesackt war und alle Welt sich die Frage stellte, wie es ihm gesundheitlich geht und was dahintersteckt, erklärte er seinen aktuellen Zustand in einem Post bei Instagram.
Darin versuchte er, den Fans die Sorgen zu nehmen, und schrieb von „gut behandelbaren Absencen“, die zu den Zusammenbrüchen gegen Leipzig und Heidenheim führten. Und dann versah er seinen Text mit den Schlussworten, dass es ihm am meisten helfe, mit seinem Team und der Unterstützung der Fans weiter Siege und Titel zu jagen.
Fußball ist Musialas Leben, und es ehrt ihn als Leistungssportler, dass er selbst in den schwierigsten Momenten an den sportlichen Erfolg mit seinem FC Bayern denkt. Und vermutlich hilft es auch, sich auf das zu fokussieren, was er bisher stets am liebsten tat: Fußball spielen, Tore schießen, Spiele gewinnen.
Aufgrund der aktuellen Lage möchte man aber ihm und allen Fans, Medien und Experten, die sogar jetzt Druck auf ihn aufbauen, zurufen: Es gibt deutlich wichtigere Dinge als den Sport. Nur eines zählt derzeit: die Gesundheit. Denn auch wenn der Fußball ein knallhartes Business ist, wird ihm sein Arbeitgeber, der FC Bayern, alle Zeit einräumen, die es braucht, um gesund zu werden.
Die neurologische Dysfunktion, von der Musiala sprach, ist etwas anderes als ein Muskelfaserriss. Hier lässt sich eine Ausfallzeit nicht auf die Woche genau bestimmen, auch gibt es kein Schema F für die Behandlung, wie es bei vielen Fußballverletzungen existiert.
Musiala darf und soll sich daher alle Zeit nehmen, die er braucht, um seine Erkrankung bestmöglich zu behandeln und sie bestenfalls zu überwinden. Wenn das gelingt, wird er noch früh genug über Siege und Titel jubeln können. Und wenn nicht, wird man auch dafür eine Lösung finden. Es verbietet sich aber, jetzt schon darüber zu spekulieren.