SUPERCUP IN MÜNCHEN

„Können nicht übers Wasser gehen“

von Redaktion

Magdeburg demütig, aber auch angriffslustig vor Berlin-Duell

Trainer Bennet Wiegert (3. v. li.) hat mit dem SC Magdeburg in den vergangenen elf Jahren elf Titel gewonnen – aber noch nie den Handball-Supercup. © Gora/dpa

München – Beim ersten Titel-Showdown der neuen Handball-Saison möchte Bennet Wiegert endlich seinen Frieden mit dem Supercup machen. Schließlich ist es die einzige Vereinstrophäe, die der 44 Jahre alte Erfolgstrainer mit dem SC Magdeburg noch nicht gewonnen hat. Entsprechend motiviert geht Wiegert nach drei vergeblichen Anläufen mit seinem Team in das Duell gegen Pokalsieger Füchse Berlin um Superstar Mathias Gidsel am Samstag (18.00 Uhr/Dyn) in München.

„Für mich ist dieser Titel sehr erstrebenswert, auch wenn er nicht die Wertigkeit hat wie die Meisterschaft, der Pokal oder die Champions League. Wir wollen das Ding gewinnen – gerade gegen Berlin“, schickte Wiegert eine Kampfansage in die Hauptstadt. Kein Wunder, haben die Magdeburger doch noch eine offene Rechnung zu begleichen. 2024 gab es im Finale eine knappe 30:32-Niederlage gegen die Füchse, die auch im Vorjahr gegen den THW Kiel triumphierten und damit den Supercup-Hattrick perfekt machen können.

Das will der SCM verhindern – und im brisanten Duell mit dem Erzrivalen und Vizemeister gleich ein Zeichen für den bevorstehenden Bundesliga-Titelkampf setzen. Da sehen viele Experten wie Handball-Ikone Stefan Kretzschmar den Titelverteidiger wieder als heißesten Meisteranwärter. „Der SC Magdeburg. Darüber muss ich noch nicht einmal nachdenken“, nannte Kretzschmar dem Fachportal „Handball World“ jüngst seinen Meistertipp.

Wiegert empfindet die Rolle des Gejagten eher als Lust denn als Last. „Die Erwartungen steigen und steigen und steigen. Das hat sich die Mannschaft in der Vergangenheit erarbeitet. Ich sehe das als Kompliment und nicht als Rucksack, den wir mit uns herumtragen“, sagte er. Trotz der zahlreichen Erfolge in den vergangenen elf Jahren – unter Wiegert gewann der SCM dreimal die Meisterschaft, zweimal den Pokal, zweimal die Champions League, dreimal die Club-WM und einmal die European League – geht Wiegert die neue Saison aber wie immer demütig an.

„Wir wissen, dass wir nicht übers Wasser gehen können und hart arbeiten müssen. Aber wenn wir unsere Leistung auf die Platte bringen, haben wir die Möglichkeit, viele Spiele zu gewinnen. Tun wir das nicht, werden wir geerdet. Dann wird man sehen, dass es auch nur menschliche Handballer sind“, sagte Wiegert.

Als Selbstläufer sieht er das Titelrennen ohnehin nicht an. „Ich rechne mit vielen Vereinen – Flensburg, Kiel, Melsungen, Gummersbach und auch Berlin.“DPA

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