London – Wenn an diesem Freitag die neue Saison in der Premier League beginnt, werden vier der 20 Clubs von deutschen Trainern betreut – einer mehr als die englischen Coaches, von denen es lediglich drei gibt.
Matthias Jaissle (38) bekommt es gleich mit einem der schwierigsten Jobs der Liga zu tun. Der ehemalige Salzburg-Coach wechselte vom saudischen Club Al-Ahli zu Newcastle United, wo er auf den deutschen Nationalspieler Nick Woltemade trifft. Jaissle folgt auf den beliebten Coach Eddie Howe, der Newcastle nach 70 titellosen Jahren den Ligapokal bescherte. Nun soll Jaissle einen Neustart schaffen.
Vor rund fünf Jahren war Newcastle von einem saudischen Konsortium übernommen worden, das den Traditionsverein dauerhaft in der englischen Spitze etablieren wollte. Doch zuletzt geriet das Projekt ins Stocken. Neben Howe verließen im Sommer mehrere Leistungsträger den Verein, darunter Sandro Tonali, Anthony Gordon und Bruno Guimarães. Gleichwertiger Ersatz wurde bislang nicht verpflichtet.
Viel Druck erwartet auch Marco Rose (49) beim AFC Bournemouth. Der frühere Trainer von Mönchengladbach, Dortmund und Leipzig übernimmt den Verein nach einer historischen Saison. Sein Vorgänger Andoni Iraola führte die Cherries erstmals in die Europa League. Der Spanier hat inzwischen beim FC Liverpool angeheuert.
Fabian Hürzeler (33) hat sich nach zwei Jahren bei Brighton & Hove Albion längst auf der Insel etabliert. In der neuen Saison spielt der frühere Trainer des FC St. Pauli mit Brighton zusätzlich in der Conference League. Topneuzugang ist Luka Vuskovic. Der kroatische Innenverteidiger, der von Tottenham Hotspur kam, spielte in der vergangenen Saison auf Leihbasis für den Hamburger SV.
Auch Daniel Farke (49) kennt den englischen Fußball bestens. Als bislang einziger deutscher Trainer schaffte er dreimal den Aufstieg in die Premier League. Mit Leeds United sicherte er in der vergangenen Saison vorzeitig den Klassenerhalt und schaffte es bis ins FA-Cup-Halbfinale.
Farke stellte daraufhin klar, dass der Club nun den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen müsse. Die Verpflichtung von England-Torwart James Trafford für eine Rekordablöse von Manchester City zeigt, dass Leeds diesen Kurs mitgeht.
Mit vier Trainern stellt Deutschland in der Premier League nur die zweitgrößte Fraktion an der Seitenlinie. Noch stärker vertreten ist Spanien mit fünf Coaches. Drei von ihnen trainieren Topclubs. Neben Andoni Iraola, der den FC Liverpool von Arne Slot übernahm, peilt Mikel Arteta mit Meister FC Arsenal die Titelverteidigung an. Beim FC Chelsea soll Leverkusens Meistermacher und Ex-Real-Madrid-Coach Xabi Alonso für Stabilität sorgen. Ein Vorteil für Alonso ist, dass er sich in seiner ersten Chelsea-Saison auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren kann. Zudem sorgen Unai Emery mit Aston Villa und Alvaro Arbeloa mit Fulham dafür, dass es in England viele deutsch-spanische Trainerduelle geben wird.DPA