Hinten brennt‘s

von Redaktion

Schon sechs Gegentore: Sechzig wackelt defensiv enorm – das hat Gründe

Harter Kampf: Auch in Aubstadt kassierte der TSV 1860 zwei Gegentreffer. © IMAGO

München – Ein Löwenfan mit einem dünnen Nervenkostüm? Wird nicht allzu glücklich mit seinem TSV 1860. Nach dem Chaos samt euphorischem Neuanfang im Sommer geht es auch in den ersten Saisonspielen in der Regionalliga Bayern turbulent zu. 16 Tore – zehn für die Blauen, sechs für die Gegner – gab es in vier Partien zu bestaunen. In Aubstadt fehlte am Dienstagabend nicht viel und die Sechzger hätten einen zweimaligen Zwei-Tore-Vorsprung noch aus der Hand gegeben. Haben sie zur Freude des weiß-blauen Anhangs nicht, am Ende stand ein 3:2-Auswärtserfolg.

Doch Sorgenfalten bleiben dennoch zurück. Auch Kapitän Dennis Dressel weiß, dass es in Aubstadt auch hätte schiefgehen können: „Wenn es blöd läuft, bekommen wir das 3:3 und dann ärgern wir uns brutal.“ Zum dritten Mal in dieser Saison musste 1860 zwei Gegentreffer schlucken. Defensiv ist noch gehörig Luft nach oben vorhanden. Unsere Zeitung kennt die Gründe:

Probleme über die Außen: Löwen-Coach Alper Kayabunar legte nach dem Aubstadt-Spiel den Finger in die Wunde: „Wir machen es unnötig spannend, kassieren zweimal das gleiche Gegentor.“

Beide Male konnte 1860 weder die Hereingabe über die eigene rechte Abwehrseite verhindern, noch den Abschluss ins Zentrum. „Die Tore waren vermeidbar“, wusste auch Rechtsverteidiger Julian Bell, der jedoch betonte: „Unsere Außenbahn sehe ich defensiv nicht als Schwäche an.“ Dressel analysierte: „Mich ärgert es extrem. Ein langer Ball hinter die Kette und in der Mitte sind wir nicht am Mann.“

Fehlende Abstimmung: Immer wieder ist zu erkennen, dass die Löwen keine normale Vorbereitung hatten, Nachholbedarf haben. Für Dressel erklärte das auch teilweise die beiden Gegentreffer am Dienstagabend: „Wie die Tore entstehen, das hat mit Taktik zu tun, wann wir im falschen Moment rausschieben und dann eben den Gegner aus den Augen verlieren. Das sind Dinge, die man relativ schnell in den Griff bekommt.“ Das Problem aktuell: „In den englischen Wochen kann man auch wenig taktischen Input geben.“

Fehlende Erfahrung: Teile des Defensivverbundes spielen noch nicht lange auf diesem Niveau. In Aubstadt spielte laut Bell auch die verspielte 2:0-Führung gegen Augsburg II (Endstand 2:2) vor zwei Wochen eine Rolle: „Beim ersten Gegentor fängt natürlich der Kopf an, sich zu melden. Ein paar junge Spieler haben sich vielleicht an Augsburg zurückerinnert. Aber wir haben es anders als gegen Augsburg über die Ziellinie gebracht – das zählt.“

Vitus Eicher hat noch Luft nach oben: Dem erfahrenen Keeper ist in der ein oder anderen Situation noch anzumerken, dass ihm lange Zeit die Spielpraxis fehlte. Kommunikativ bringt sich der 35-Jährige viel ein, offenbart jedoch Schwächen mit dem Ball am Fuß und in der Strafraumbeherrschung.MARCO BLANCO UCLES

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