Noch ein Angstgegner

von Redaktion

Zverev vermasselt US-Open-Generalprobe

So hatte sich das Alexander Zverev nicht vorgestellt – der Hamburger unterlag in Cincinnati dem Amerikaner Tommy Paul (re.). © Billman/Imago, Chinn/AFP

Cincinnati – Nach einer wilden Achterbahnfahrt durch Regen, Frust und vergebene Chancen war Alexander Zverev restlos bedient. Der French-Open-Champion rupfte sein Stirnband aus der Blondmähne, gratulierte seinem Bezwinger Tommy Paul in Cincinnati mit gequältem Lächeln und verschwand schleunigst in den Katakomben. Statt mit einem guten Gefühl reist Zverev mit einem dicken Fragezeichen über dem Kopf zu den US Open – die verpatzte Generalprobe offenbarte generelle Probleme.

„Ich will mich bereit machen für die US Open, mich wieder in Bestform bringen“, hatte Deutschlands bester Tennisspieler vor dem Masters-Turnier im Süden Ohios als Ziel ausgegeben. Nach der 6:4, 6:7 (6:8), 4:6-Achtelfinalpleite gegen den US-Amerikaner lässt sich festhalten: Anderthalb Wochen vor dem Start des letzten Grand-Slam-Turniers dieser für ihn so erfolgreichen Saison scheint Zverev weder bereit noch in Bestform – schon zwei Wochen zuvor war er beim Montreal-Masters an Auftaktgegner Tallon Griekspoor gescheitert.

Wie damals war die Niederlage höchst vermeidbar. Der lange Zeit sehr fokussierte Zverev ließ sich auch von einer anderthalbstündigen Regenpause nicht aus dem Konzept bringen, hatte im Tiebreak des zweiten Satzes Matchball, führte im Entscheidungssatz 4:2. Eigentlich kann ein funktionierender Zverev dieses Match nicht verlieren, dieser Zverev konnte es. Eigentlich ärgerlich: Den einen „Angstgegner“ Taylor Fritz hatte Zverev nach zuvor sieben Niederlagen in Serie im Viertelfinale von Wimbledon deklassiert. Nun wird Tommy Paul zunehmend zum Ärgernis – es war Zverevs dritte Niederlage im vierten Duell gegen den unbequem zu spielenden 24. der Weltrangliste.

„Ich weiß selber nicht, wie ich das geschafft habe“, sagte Paul, um die Antwort gleich mitzuliefern: Zverevs Fehler hätten ihn am Leben gehalten, vor allem dessen todgeweihter zweiter Aufschlag. „Tonnenschwer“, so Paul, habe das geholfen. Zudem: „Ich hatte einen Riesenspaß da draußen.“ Zverev hingegen sah regelmäßig nach dem genauen Gegenteil aus.

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