FORMEL 1

Eine letzte Party in den Dünen

von Redaktion

Beim vorerst letzten Rennen in Zandvoort jagen alle WM-Spitzenreiter Antonelli

Lokalmatador Verstappen wird hier besonders verehrt.

Lewis Hamilton hat schon 106 Formel-1-Siege gefeiert. In Zandvoort hat er aber noch nie gewonnen. © Koning/EPA

Orange Army: An der knalligen Farbe kommt man an diesem Wochenende nicht vorbei. © Alessio/Imago (2)

Zandvoort – Als sich Max Verstappen endlich aus dem donnernden Fragenhagel befreit hatte, richtete er den Fokus auf seine sportliche Mission in Zandvoort. „Da ich weiß, dass es hier das letzte Rennen ist“, sagte der viermalige Weltmeister, „möchte ich die positive Stimmung aufrechterhalten“. Mit seiner vorzeitigen und durchaus überraschenden Vertragsverlängerung bis 2030 bei Red Bull sorgte Verstappen schon zu Beginn der Abschiedsparty für Jubelstürme bei der „Orange Army“, am Wochenende sollen beim Ritt zwischen den Dünen nun auch auf der Strecke weitere denkwürdige Momente folgen.

Beim vorerst letzten Großen Preis der Niederlande (Sonntag, 15.00 Uhr/RTL und Sky) sind natürlich alle Augen auf den Lokalmatadoren gerichtet – und damit verbunden die Frage, ob Verstappen wirklich noch einmal vor heimischem Publikum glänzen kann. Noch ist er ohne Sieg im Jahr 2026, immer wieder schimpft der 28-Jährige über sein Auto. Doch mit drei Podestplätzen in den vergangenen vier Rennen kehrt Verstappen mit Rückenwind aus der vierwöchigen Sommerpause zurück. Sein neuer Deal, der ihm ab 2027 offenbar 92 Millionen Euro pro Jahr in die eigenen Kassen spült, soll nun weiteren Auftrieb verleihen.

Schon am Samstag stehen mit dem Sprint (12.00/Sky) und der Qualifikation (16.00/NITRO und Sky) zwei Highlights im regnerischen Küstenort an. Während Verstappen auf den märchenhaften Befreiungsschlag hofft und seine niederländischen Fans „stolz“ machen will, geht Mercedes-Überflieger Kimi Antonelli als klar Führender im Titelrennen in die zweite Halbzeit. Mit dem Formel-1-Thron im Blick übt sich der italienische Teenager aber noch in Zurückhaltung.

„Ich weiß, dass die Erwartungen sehr hoch sind“, sagte Antonelli, der mit 50 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton anreiste: „Aber ich für meinen Teil muss einfach weiter Ergebnisse liefern und meinen Job so gut wie möglich erledigen, ohne mir Gedanken über die Meisterschaft zu machen.“ Und auch Teamchef Toto Wolff hob trotz der vermeintlich komfortablen Ausgangslage mahnend den Zeigefinger. Die Konkurrenz hat „den Leistungsrückstand verringert“.

Zuletzt stieg Weltmeister und McLaren-Pilot Lando Norris beim Grand Prix in Ungarn eindrucksvoll in die Reihe der Saisonsieger auf. Zudem machen Hamilton und Charles Leclerc mit ihren Ferraris Antonelli und dessen Teamkollegen George Russell das Leben schwer.

Vor allem Hamilton hat den Traum vom achten Titel noch nicht begraben. Nun könnte er eine Premiere feiern, in Zandvoort ist er noch ohne Sieg. „Ich habe auf so ziemlich allen anderen Rennstrecken gewonnen“, sagte Hamilton – und schickte eine Kampfansage an Antonelli, Verstappen und Co.: „Das möchte ich auf jeden Fall ändern.“ Zudem beflügelt den 41-Jährigen scheinbar der romantische Sommer mit Freundin Kim Kardashian. „Ich bin so fit zurückgekommen wie noch nie zuvor im Sommer in den 20 Jahren“, sagte Hamilton. Neben Fotos mit Kardashian am Strand postete der Brite immer wieder auch Videos aus dem Fitnessstudio. SID

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