Musiala mit Mannschaftsarzt Ueblacker. © Langer/DPA
Die Mannschaft wird den Titel im Supercup auch für Musiala gewinnen wollen. © Weller/dpa
„Wir wissen es schon die komplette Saison“: Der FC Bayern unterstützt Jamal Musiala im Umgang mit seiner Krankheit. © Ulmer/Imago
München – Das Rätsel um die Aussetzer von Jamal Musiala (sogenannte Abscencen) wurde am Freitag auf der Pressekonferenz des FC Bayern vor dem Supercup am Samstag in Dortmund (20.30 Uhr, Sky und Sat 1) gelöst. Mit dem Einverständnis des Spielers erklärten Chefcoach Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl die Gründe für die Anfälle gegen Leipzig und Heidenheim. „Er hat ein bisschen was in der Behandlung geändert, das hat ein bisschen Nebenwirkungen gezeigt. Es ist völlig normal, dass man etwas in einer Behandlung ändert“, erklärte Kompany und Eberl ergänzte: „Er hat etwas in der Medikation verändert, deswegen waren die Situationen sichtbar. Jetzt wollen wir wieder dahin kommen, wie es vorher war, wo es nicht zu den Situationen gekommen ist.“
Heißt im Klartext: Bei Musiala sollte etwas in der Behandlung seiner Absencen angepasst werden – leider ohne Erfolg. Warum der 23-Jährige etwas bei der Medikamenteneinnahme geändert hat, ist nicht bekannt. Klar ist nur, dass der Verein schon seit langer Zeit mit der Situation klarkommen muss. „Wir wissen es schon die komplette letzte Saison“, verriet Eberl und sprach dem Nationalspieler einmal mehr die volle Unterstützung der Bayern-Familie aus: Für uns ist es Alltag geworden. Wir werden ihm alle Unterstützung zukommen lassen, haben das schon und werden es weiter tun. Wir wissen es schon länger, sind damit umgegangen. Wir machen es gemeinsam.“
Darum wollen die Münchner Verantwortlichen den Spieler zunächst aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit nehmen: Musiala steht in Dortmund nicht im Kader und soll die nächsten Tage individuell trainieren. Wenn alles nach Plan läuft und keine erneuten Rückschläge auftauchen, könnte er beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart am Freitag bereits wieder im Kader stehen.
Vor allem bei Coach Kompany ist die Vorfreude auf das erneute Comeback seines Unterschiedsspielers groß, das hätten die Kurzeinsätze gegen Leipzig (zehn Minuten) und Heidenheim (fünf Minuten) bewiesen: „Er hat im Sommer die Platte aus seinem Fuß entfernt bekommen und wenn einige die Fußballanalyse gemacht haben, dann haben Sie einen Jamal gesehen, wie er schon lange nicht mehr auf dem Fußballplatz war.“
Der belgische Fußballlehrer geht in seinem Loblied einen Schritt weiter: „Ich freue mich auf den Gegenangriff von Jamal, der irgendwann kommt!“ Weshalb? „Weil er Dinge kann, die nur außergewöhnliche Spieler machen können. Ich habe das Gefühl, dass er wieder alle Mittel hat, die Fragen auf dem Platz zu beantworten. Schaut euch die Minuten an, die er gespielt hat. Da hat er Sachen gemacht, die nicht auf dem gleichen Level waren wie unsere besten Spieler, sondern eine Stufe höher. So haben wir Jamal seit seiner Verletzung gegen Paris nicht mehr gesehen.“MANUEL BONKE
PHILIPP KESSLER