Emotional: Joshua Tarling verlor vor einer Woche seinen Bruder. © Nogier/EPA
Monte Carlo – Plötzlich waren Tadej Pogacar das so herbeigesehnte Rote Trikot und der nächste Meilenstein seiner Traumkarriere völlig egal. Im kleinen Raum hinter dem Siegerpodest der Vuelta führte der erste Weg des Slowenen zu Joshua Tarling, der eine Woche zuvor bei einem fürchterlichen Rennunfall während der Portugal-Rundfahrt seinen kleinen Bruder Finlay verloren hatte. Pogacar nahm Tarling fest in den Arm und flüsterte dem bewegten Briten ganz persönliche Worte ins Ohr.
„Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass Josh gewinnt“, sagte Pogacar über Tarling, der beim Sieg des Superstars im packenden Auftaktzeitfahren von Monaco geschlagen Dritter geworden war: „Ich habe Josh wirklich die Daumen gedrückt.“ Der junge Brite nahm die Worte des Weltmeisters gerührt und dankbar auf: „Ich bin so glücklich, wie ich sein kann.“
Tarling blieb am Ende nur vier Sekunden hinter dem Slowenen und schlüpft in einer schweren Phase ins Weiße Trikot des besten U26-Fahrers. „Ich musste mich ablenken“, sagte er: „Danke an meine Familie, dass sie mir den Segen gegeben hat, hierher zu fahren und einfach Radrennen zu fahren.“
Pogacar erkämpfte sich nach dem Hundertstel-Krimi gegen den Briten Ethan Hayter direkt zum Auftakt das Rote Trikot des Gesamtführenden. „Ich glaube, die 0,09 Sekunden habe ich herausgeholt, als ich an meinem Appartement vorbeigefahren bin“, witzelte Pogacar, da kenne er sich halt am besten aus. Unvergleichlich flog er über den Schlusspart der legendären Formel-1-Strecke, kämpfte bis zum Anschlag.SID