Startklar für Stuttgart

von Redaktion

2:1 FCB holt Supercup beim BVB – Liga-Countdown läuft

Kimmich war nur bedingt zufrieden. © Thissen/dpa

Olise traf zum zwischenzeitlichen 2:0. © Ewert/Imago

„Für uns war es keine Generalprobe, wir wollten den Titel unbedingt holen“: Der FC Bayern feierte den Sieg im Supercup wieder mit dem Kakadu. Auch das Posieren hat schon Tradition. © Instagram

Dortmund – Bayern-Trainer Vincent Kompany trommelte nach dem 2:1 (1:1) im Supercup gehen Borussia Dortmund seine Männer zusammen und gab lautstark Instruktionen. Nein, der belgische Fußballlehrer hatte keine spontane Taktik-Schulung auf dem Platz einberufen – er wollte einfach die Tradition wahren. Denn: Nach jedem Supercup-Sieg posieren die Spieler des deutschen Rekordmeisters für ein ungewöhnliches Mannschaftsfoto mit extravaganten Siegerposen. Und Kompany wollte Co-Trainerteam und Staff-Mitglieder ebenfalls verewigt wissen. Denn: Die Freude über das erste Titelchen der Saison beim Erzrivalen aus Dortmund ist groß an der Säbener Straße.

Sportvorstand Max Eberl sah die Partie gegen den BVB dabei weniger als letzten Härtetest für den Bundesligastart am Freitag (20.30 Uhr, Sky und Sat 1) gegen den VfB Stuttgart: „Für uns war es ehrlicherweise keine Generalprobe, sondern wir wollten den Titel unbedingt holen alle.“ Der ersten Halbzeit, die mit einer Zwei-Tore-Führung durch Treffer von Nathaniel Brown (28.) und Michael Olise (45.) zu Ende ging, bezeichnete Eberl als „beeindruckend“. Der 1:2-Anschluss durch Fabio Silva eine Viertelstunde vor Abpfiff war nicht mehr als Ergebniskosmetik des BVB. Die Analyse von Kompany fiel ähnlich aus: „Es war eine sehr gute erste Halbzeit. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir sehr viel Bereitschaft gezeigt. Da hat man das Herz und den Charakter der Mannschaft gesehen.“ Einige Jungs hätten „nur ein paar Mal trainiert und heute 90 Minuten gespielt – das ist schon beeindruckend. Das Wichtigste ist die Mentalität und die stimmt“.

Und wenn in München das Wort Mentalität fällt, ist Mittelfeld-Anführer und Joshua Kimmich nicht weit. Der Chef-Ehrgeizling hatte eine weniger euphorische Sicht auf die Dinge, die sich über 90 Minuten im Signal-Iduna-Park abspielten. „Es war sehr wichtig fürs Prestige, dass wir in Dortmund gewonnen haben. Trotzdem hat jeder gemerkt, dass wir noch weit weg sind von unserem Top-Level“, widersprach Kimmich plötzlich Kompany und Eberl: „Wir können noch viele Sachen verbessern. Man merkt, dass es eine schwierige Vorbereitung mit vielen Gruppen war, die nach und nach dazugekommen sind. Daher ist noch viel Luft nach oben!“

Und wo sieht der Führungsspieler Verbesserungsbedarf? „Wir hatten Probleme mit Flanken, da ist Dortmund natürlich auch gut. Und wir hatten sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit zu wenig Aktivität im Ballbesitz. Wir haben es nicht immer geschafft, hinten rauszukommen. Das kann man deutlich besser machen.“ Drei volle Trainingstage bleiben den Bayern jetzt noch Zeit, um die Kritikpunkte von Kimmich in Angriff zu nehmen. Ganz nach dem Geschmack von Kompany, der noch in Dortmund meinte: „Jetzt liegt der Fokus auf dem nächsten Spiel. Heute sind wir froh und zufrieden, aber ab morgen sind wir wieder hungrig.“MANUEL BONKE

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