Löwen-Magier liefert ab

von Redaktion

1860-Mittelfeldspieler Deniz präsentiert sich nach Verletzungspause in starker Frühform

Tunay Deniz hat einen Zauberfuß und kommt nach seiner Verletzungspause immer besser in Fahrt. © Wagner/Imago

„Es fehlt an der Spielfitness“: Aktuell reicht es für Tunay Deniz noch nicht ganz für 90 Minuten. © Feiner/Imago

München – Das Motto „die Zeit zurückdrehen“ hätte Tunay Deniz am Samstag beinahe doppelt bildlich ins Grünwalder Stadion gebracht. Sowohl einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt aufs kurze Eck zu schießen oder aus der eigenen Hälfte den gegnerischen Keeper zu überraschen – beides mündete in der Vergangenheit schon in Deniz-Tore für 1860 München. Auch wenn es bei der 0:2-Pokalpleite gegen Kiel bei den frechen Versuchen keinen Treffer zu bejubeln gab: Deniz ist nach seiner neunmonatigen Kreuzband-Verletzung auf bestem Wege, wieder der Alte zu werden.

Der spektakuläre Schuss aus der eigenen Hälfte beim Stand von 0:0 kam nicht zufällig zustande. In der Videoanalyse vor der Partie war den Löwen aufgefallen, dass Kiel-Torwart Lio Rothenhagen häufig weit vor seinem Tor steht: „Die Jungs wissen, dass ich manchmal einen Knacks im Kopf habe und solche Sachen probiere und kamen vor dem Spiel deshalb auf mich zu. Am Ende geht er einen Meter vorbei. Schade, ich habe den Ball schon drin gesehen. Aber ich werde es weiterhin versuchen“, erklärte Schlitzohr Deniz nach dem Abpfiff.

58 Einsatzminuten in Wendelstein, 27 in Memmingen, 60 in Aubstadt und nun 65 gegen Kiel: 1860-Coach Alper Kayabunar weiß, dass er aufpassen muss, seinen Mittelfeldmann nicht zu verheizen, sondern weiter behutsam aufzubauen. Deniz weiß, dass er trotz seiner Fortschritte noch einiges aufzuholen hat: „Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt mehr Spielzeit bekomme. Das Fußballerische habe ich nicht verlernt, aber es fehlt an der Spielfitness.“

Nachdem das österreichische Talent Loris Husic die Löwen zeitnah verlassen wird, dürfte Deniz in den kommenden Wochen an der Seite von Kapitän Dennis Dressel auf der Doppelsechs gesetzt sein. „Ich versuche die Jungs in Szene zu setzen und als Führungsspieler voranzugehen“, unterstreicht Deniz seine Ambitionen.

Gegen Kiel lief der 32-Jährige in den Sondertrikots („München erinnern!“) erstmals mit seiner neuen Rückennummer 10 für die Sechzger auf. Kurios: In der Liga musste er in den ersten Einsätzen noch seine alte 36 tragen, da bei den ersten gelieferten Trikotsätzen von Ausrüster Societas die 10 fehlte. Was prangt am Sonntag (15 Uhr) gegen Landsberg auf dem Rücken? „Das weiß ich nicht. Da müssten wir noch mal bei der Logistikabteilung nachfragen“, erklärte Deniz lachend. Ob mit der 10 oder der 36: Bei den Löwen ist man heilfroh, dass der Deutsch-Türke so stark aus den Startlöchern gekommen ist. Und wer weiß: Vielleicht klappt es ja bald auch wieder mit Toren aus der eigenen Hälfte.MARCO BLANCO UCLES

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