Selbst kein Kandidat

von Redaktion

Aber Ceferin setzt Infantino unter Druck

Genf – Aleksander Ceferin sprach mit ruhiger Stimme, doch seine klare Botschaft hallte nach. Der Anführer der Rebellion gegen Gianni Infantino gab den Sturz des Präsidenten vom Fifa-Thron unmissverständlich als Ziel aus, will diesen danach aber nicht selbst besteigen. Das bestätigte der Uefa-Boss am Montag und begründete die Entscheidung damit, dass seine Glaubwürdigkeit als lauter Infantino-Kritiker „viel, viel größer“ sei, wenn er nicht als Herausforderer antrete.

Für den schwer angeschlagenen Fifa-Chef gebe es daher zwei Optionen, sagte Ceferin im britischen Podcast „The Rest is Politics“. Infantino müsse erkennen, „dass er nicht über die nötige Unterstützung verfügt“ – und somit quasi selbst zurücktreten. Sollte er sich beim Kongress im März 2027 dennoch zur Wiederwahl stellen, werde es wohl einen Gegenkandidaten geben.

Beim Besuch eines E-Sport-Events im mondänen Grand Palais von Paris überspielte Infantino am Wochenende einmal mehr seine missliche Lage. Er lächelte neben Cristiano Ronaldo, an der Seite von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Und das, obwohl sein großer Widersacher nochmals den Ton verschärfte.

Er wisse noch nicht, wer ein möglicher Gegenkandidat sein werde, sagte Ceferin, eine eigene Fifa-Kandidatur schloss der Slowene aber aus. Er sei nicht interessiert, versicherte der 58-Jährige, dessen Amtszeit bei der Europäischen Fußball-Union im nächsten Jahr endet. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass Victor Montagliani aus Kanada bis zum Ende der Nominierungsfrist am 18. November als Herausforderer ins Rennen gehen könnte, um Infantino zu Fall zu bringen. SID

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