DFB-POKAL

Trotz 0:9: Krieschow feiert Krieschow

von Redaktion

Kurzfristig von 2000 auf 4000 Plätze erweitert wurde der Sportpark Krieschow. © Michael/dpa

Krieschow – Auch neun Gegentore konnten der Feierstimmung auf dem ausverkauften Sportplatz im beschaulichen Krieschow nichts anhaben. Die ansässige Mannschaft des VfB wurde von 3.000 der 4.000 Zuschauer hochgejubelt, als hätte der Oberligist gerade den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga geschafft.

„Die Jungs sind froh, sie sollen in Erinnerung halten, dieses Erlebnis gehabt zu haben“, sagte Krieschows Trainer Robert Koch nach der 0:9-Niederlage in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den Bundesligavertreter FSV Mainz 05, „wir wollen den Tag genießen und das werden wir auch weiterhin tun“, kündigte der ehemalige Profi von Dynamo Dresden und dem 1. FC Nürnberg noch einen langen Abend an.

Dabei waren die kleinen Hoffnungen auf eine Überraschung, die Krieschows Vorstand mit einem Mallorca-Trip belohnt hätte, spätestens nach dem Hattrick von Phillip Tietz (16., 26., 32.) schnell ad acta gelegt. In der Halbzeit schwor Koch seine Mannschaft auf einen Ehrentreffer ein. „Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen, da wäre noch ein bisschen was explodiert auf den Rängen“, sagte Koch. Doch der eingewechselte Aaron Stephan schob kurz vor Schluss den Ball am Mainzer Tor vorbei.

Die Laune der Zuschauer hatte dabei aber nicht abgenommen, obwohl zu diesem Zeitpunkt zweimal Nadiem Amiri (39. und 48.), Sheraldo Becker (43.) sowie erneut Tietz (57.), Ransford-Yeboah Königsdörffer (74.) und William Bøving (88.) das Ergebnis weiter hochgeschraubt hatten.

Die Vorarbeiten für das Großereignis im mit rund 560 Einwohnern kleinsten Vertreter im DFB-Pokal jemals liefen seit Wochen. Die Kapazität des Sportplatzes wurde in ehrenamtlicher Arbeit von 2.000 auf 4.000 Zuschauer erhöht, die Anforderungen des DFB und der Medien mussten erfüllt werden, ebenso die der ebenso feiernden 1.000 Gäste aus Mainz.

Hinzu kam eine ansteckende Fröhlichkeit der Ehrenamtlichen. „Ich fand es ein Fest heute. Diese Atmosphäre gehört zum Pokal, das fand ich toll“, sagte der Mainzer Trainer Urs Fischer voller Begeisterung, „die haben das toll aufgebaut, großer Respekt.“

Die Mainzer Spieler hätten ihm auch von den großartigen Lautsprecherboxen vorgeschwärmt, die auf dem Gelände verteilt standen. „Ich würde sie nachher mal durchzählen“, schmunzelte Fischer.DPA

Artikel 1 von 11