Da bin ich wieder: Anton Gavel. © Hoppe/dpa
München – Bayerns neuer Basketball-Chef Thorsten Leibenath schaute sich die Sache mit einem Lächeln an. Aus gutem Grund: Sein Trainer Anton Gavel hatte schon an diesem dritten Trainingstag mit dem FC Bayern ziemlich genau die Betriebstemperatur erreicht, die Leibenath aus gemeinsamen Tagen in Ulm kannte. „Der Anton ist ein Basketball-Besessener“, merkte er an, „man merkt, er denkt über nichts anderes als Basketball nach.“
Diese Hochenergie des Deutsch-Slowaken ist die Hoffnung, die die Bayern in Richtung neue Saison begleitet. Nach der enttäuschenden Vorsaison soll der Mann, der die Münchner 2018 noch als Spieler zum Double aus Meisterschaft und Pokalsieg führte, dem Verein zu neuem Leben verhelfen. Die Überzeugung von Gavel war so groß, dass man sogar ein Transfergerangel mit Misstönen einkalkulierte – ein Thema, das der Umworbene am liebsten schnell hinter sich lassen will. „Es wurde schon viel darüber gesprochen“, sagte er, „ich will jetzt nach vorne schauen.“
Es wartet ja auch genug Arbeit. Der neue Trainer hat einen runderneuerten, mittlerweile aber immerhin abgeschlossenen Kader. Wenn kommende Woche auch die Nationalspieler Oscar da Silva und Johannes Thiemann vom DBB zurück sind, hat Gavel alle die Spieler an Bord, die bei den Bayern alles so viel besser machen sollen. Wie das aussieht – der nun Ex-Nationalspieler Johannes Voigtmann (unsere Zeitung berichtete) hat so seine Ahnung. „Sehr aggressiv wird es sein und sehr schnell“, sagte der Mann, der nach seinem ersten ruhigen Sommer seit zehn Jahren wieder ein Führungsspieler sein will.
Aus seinen ersten beiden Trainerstationen in Ulm und Bamberg brachte Gavel so immerhin eine Meisterschaft und einen Pokalsieg mit. Doch die Herausforderung in München wird eine andere. Mit dem nationalen Geschäft und der Euroleague wartet ein Mammutprogramm von 80 bis 90 Saisonspielen, das Gavel so auch als Spieler nie erlebt hatte. Es wird interessant zu sehen sein, ob der neue Münchner Energieriegel auch im traditionell zähen Januar noch seine Wirkung hat. „Ich hoffe, er hält das durch“, sagte Johannes Voigtmann, „aber er ist ja noch ein junger Kerl, ich mache mir da keine Sorgen.“
Und er lächelte. Die gute Laune ist schon einmal zurück im BMW-Park.RP