Chicago – Der Streit zwischen der WNBA und Ex-NBA-Spieler Enes Kanter Freedom ist endgültig eskaliert. Der 34-Jährige provoziert seit Wochen die weltbeste Basketball-Liga für Frauen und ist am Sonntag nach einem Wortgefecht mit einer Spielerin von Chicago Sky aus der Arena verwiesen worden. Er trug dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Woman, noun. adult human female“ – übersetzt heißt es: Frau, Substantiv. Erwachsene menschliche Frau.
Der Hintergrund ist die Debatte um Transfrauen, die in der WNBA theoretisch spielberechtigt sind. Eine Regel, die das verbieten würde, gibt es (noch) nicht. „Wenn eine einfache Selbsterklärung bereits ausreicht, dann erfülle ich jede einzelne Voraussetzung, um in der WNBA anzutreten“, sagte Freedom, der sich nun als Frau identifizieren will, spöttisch. Die deutsche Nationalspielerin Luisa Geiselsöder, die für Portland Fire in der WNBA auf Korbjagd geht, findet die Aktion „geschmacklos“. Teamkollegin Frieda Bühner spricht von „Hetze gegen den Frauensport“. Am Montag (Ortszeit) hat die Liga laut der Nachrichtenagentur AP Enes Kanter Freedom schließlich vom Draft ausgeschlossen.
Kanter Freedom fiel bereits während seiner NBA-Karriere mit einigen politischen Aktionen auf, wurde 2022 sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Er verurteilte unter anderem die Politik in seinem Heimatland Türkei aufs Schärfste, was seine Staatsbürgerschaft kostete. Nach eigenen Angaben will er mit seinen Provokationen eigentlich die Rechte im Frauensport stärken und verhindern, dass biologische Männer dort aktiv werden. Seine Methoden treffen allerdings auf starke Ablehnung.AVO; FOTO: REAVES/AFP