ZUM TAGE

Eine Lösung, die für die Probleme steht

von Redaktion

Der neue Eishockey-Bundestrainer

Selbstverständlich: Frischer Wind kann dem deutschen Eishockey nicht schaden, und man muss Andre Rankel, den neuen und jungen Bundestrainer erst einmal machen lassen. Viele denken vielleicht: Dass er mit einer Saison mit Heim-Weltmeisterschaft anfängt, dürfte den Einstieg erleichtern. Denn das hat kürzlich auch Franz Reindl, der langjährige Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, gesagt: Zuhause ist immer ein bisschen mehr möglich.

Es stimmt, dass Deutschland mit den WM-Turnieren, die es ausgerichtet hat und an denen es auch teilnehmen durfte, gute Erfahrungen gemacht. Aber nie stand ein Neuling an der Bande. 1983: Der berühmte Xaver Unsinn dirigierte eine eingespielte Mannschaft. 1993 war Dr. Ludek Bukac, der Weltmeister mit der CSSR gewesen war, der Chef an der Bande. 2001: Hans Zach, mehrmals Meister in der Liga geworden, hatte der Nationalmannschaft eine neue Identität gegeben und einen klaren Stil etabliert. 2010: Uwe Krupp war da schon fünf Jahre im Amt und profitierte von seinem großen Namen als erster deutscher Stanley-Cup-Gewinner. Und 2017: Marco Sturm, der bis dato beste Spieler der deutschen Eishockey-Geschichte, hatte da schon zwei Jahre Berufserfahrung hinter sich.

Andre Rankel ist eine überraschende Lösung als Bundestrainer. Und anders als etwa Krupp und Sturm, die auch hoch eingestiegen waren, nicht sonderlich prominent. Klar, er war ein Name in der DEL, aber er ist über sie nicht hinausgekommen, er hat immer nur für Berlin gespielt. Rankel ist eine regionale Größe, er strahlt nicht übers Eishockey hinaus. Das bräuchte man aber, wenn man ein für den Verband lebenswichtiges Turnier im kommenden Mai anschieben will.

Ein Trainertalent ist Andre Rankel sicher. Aber man muss auch sehen: Er hatte in der Liga, auch bei seinem Club, den Eisbären, wohl keine Chance, Cheftrainer zu werden. Die Stelle war frei, doch Berlin holte den bisherigen (kanadischen) Co-Trainer von Ingolstadt. Rankel kann sich beweisen – aber vorerst steht er als Lösung vor allem für die Probleme, die das deutsche Eishockey offenbar.

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