Gibt beim Hamburger HSV die Richtung vor: Sportvorständin Kathleen Krüger kam vom FC Bayern. © Pförtner/dpa
Jamas! Für BVB-Neuzugang Konstantinos Karetsas ging es nach seiner Ankunft direkt zum Metaxa-Grillhaus. © X
Vollgas: Giannis Konstantelias. © Thissen/dpa
Schalkes Aufstiegsstürmer Džeko. © Schmidt/dpa
Frankfurts Trainer Hütter. © Wiegand/dpa
Unions Maskottchen Ritter Keule. © Behrendt/Imago
Paderborns Trainer Ralf Kettemann. © Swen Pförtner/dpa
Endlich geht’s los: Die 64. Bundesligasaison startet dieses Wochenende. Wir stellen Ihnen 18 Gesichter vor, auf die es in der neuen Spielzeit ankommt:
FC Bayern – Nathaniel Brown: Nach einer Doublesaison samt Torrekord gab es beim FC Bayern eigentlich wenig Verbesserungsbedarf. Lediglich die Breite des Kaders sollte gestärkt werden, wofür Linksverteidiger Nathaniel Brown und Zehner Ismael Saibari geholt wurden. Beim ersten Pflichtspiel lief dann aber prompt Brown auf der Zehn auf – und traf. Er könnte die spannendste Personalie in dieser Saison sein und regelrecht durchstarten. Auf welcher Position auch immer.
Borussia Dortmund – Giannis Konstantelias: Wenn man aktuell „Grieche Dortmund“ googelt, erscheint zuerst die Webseite vom Metaxa-Grillhaus. Das dürfte sich bald ändern: Schließlich hat der BVB in Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias die zwei vielversprechendsten Griechen seit Theofanis Gekas in die Bundesliga gelockt. Vor allem Letzterer gilt als extrem talentiert, sodass wir schon mal den Sirtaki anmachen und einen Ouzo kaltstellen. Jamas!
RB Leipzig – Martín Demichelis: Was für ein genialer Schachzug! Kurz bevor Jürgen Klopp Bundestrainer wurde, entließ er als RB-Boss noch den eigentlichen Erfolgstrainer Ole Werner und holte dafür seinen Kumpel Martin Demichelis, mit dem er regelmäßig auf Mallorca Padel-Tennis spielt. Nun sind wir gespannt, ob Demichelis neben einer guten Vorhand auch ein taktisches Händchen beweist und Leipzig zu einem möglichen Titelaspiranten formt.
VfB Stuttgart – Dženan Pejčinović: 25 Millionen Euro Ablöse für einen 21-Jährigen, der gerade einmal 35 Bundesligaspiele auf dem Buckel hat? Beim VfB hat man offenbar großes Vertrauen in den Neuzugang vom VfL Wolfsburg. Und Pejčinović liefert prompt: Dreierpack im ersten Pflichtspiel beim 4:0-Pokalsieg in Rostock. Nach der zweiten Champions-League-Qualifikation in drei Jahren tanzen die Schwaben wieder auf der großen Bühne – und der nächste Senkrechtstarter steht schon bereit. Der Anruf vom neuen Bundestrainer Jürgen Klopp ist nur eine Frage der Zeit.
TSG Hoffenheim – Fisnik Asllani: Geplatzte Transfers lösen in der Regel keine Jubelstürme aus. Im Kraichgau schon. Dort feiern sie den gescheiterten Wechsel von Starstürmer Fisnik Asllani zu RB Leipzig. Der 24-Jährige hatte die TSG im Vorjahr mit elf Toren und zehn Vorlagen in die Europa League geschossen. Nach der viertbesten Bundesligaspielzeit der Geschichte soll für Hoffenheim nun eine ebenso erfolgreiche folgen.
Bayer Leverkusen – Miguel Gutiérrez: Ein spanischer Linksverteidiger bei Bayer Leverkusen, da sind die Erwartungen natürlich hoch: Ähnlich wie sein abgewanderter Vorgänger Alejandro Grimaldo soll Gutiérrez das Spiel ankurbeln, traumhafte Flanken schlagen und jede zweite Partie einen Freistoß in den Winkel setzen. Fürs Erste würde es aber vermutlich reichen, wenn Gutiérrez der neusortierten Bayer-Abwehr Stabilität verleiht – daran haperte es nämlich letzte Saison.
SC Freiburg – Mio Backhaus: Weil Stammkeeper Noah Atoboulu frühzeitig signalisierte, den Club verlassen zu wollen, verpflichteten die Bosse ebenso frühzeitig Mio Backhaus von Werder Bremen als neue Nummer eins. Während Backhaus deshalb von Anfang an gesetzt war, kommt für Atoboulu erst jetzt eine Leihe nach Frankfurt zustande.
Eintracht Frankfurt – Adi Hütter: Die Frankfurter zeigten sich diesen Sommer besonders kreativ und holten mit Adi Hütter einfach den Trainer zurück, unter dem sie vor fünf Jahren schon mal erfolgreich waren. Und mal ehrlich: Viel schlechter als Albert Riera, der gefühlt auf jeder Pressekonferenz kurz vor einem spontanen Boxkampf mit den anwesenden Journalisten stand, kann es Hütter eigentlich kaum machen.
FC Augsburg – Manuel Baum: Gutes kommt wieder! Dachte sich auch der FC Augsburg in der Rückrunde der Vorsaison und setzte Manuel Baum (vorher schon im Nachwuchs im Club aktiv) nach dem gescheiterten Experiment mit Sandro Wagner einfach wieder auf den Trainerstuhl. Ging auf – die Fuggerstädter hielten souverän die Klasse. In seine 16. Bundesligasaison am Stück geht Augsburg daher nicht als Abstiegskandidat. Falls es doch schiefgeht: Markus Weinzierl wäre direkt verfügbar …
Mainz 05 – Nadiem Amiri: Der Mittelfeldspieler kündigte seinen Verbleib ganz analog vor den jubelnden Mainzer Fans an – und ließ damit sämtliche selbst ernannten Transferexperten verzweifeln. Mit seinen Toren soll er die Mainzer zum Klassenerhalt schießen.
Union Berlin – Ritter Keule: Bei den Eisernen ist die große Party vorbei. Der eigentlich so wilde Ostberliner Kultclub ist farblich inzwischen ziemlich genau da angekommen, wo auch Maskottchen Ritter Keule seit Jahren unterwegs ist: grau in grau. Die heroischen Defensivschlachten an der Alten Försterei verkamen zuletzt immer mehr zum Schlafwagenfußball. Jetzt soll es der Neue richten. Trainer Mauro Lustrinelli übernimmt das Kommando und verordnet Köpenick die Rolle rückwärts – weg vom Beton-Gekloppe, hin zu mehr Mut, mehr Tempo, mehr Offensive. Bläst Ritter Keule also bald wieder zum Angriff? Oder bleibt es beim müden Klappern der Rüstung?
Borussia Mönchengladbach – Rouven Schröder: Umzugsunternehmen im Großraum Niederrhein machten im Sommer großen Reibach: Zwölf Abgängen stehen bei der Borussia zehn Neuzugängen gegenüber. Weil Gladbach seit Jahren nur so dahinsiecht – dreimal Platz zehn sowie je einmal Platz 14 und zwölf –, muss Sportvorstand Rouven Schröder den nächsten Umbruch im Fohlenstall bewerkstelligen. Gelingt ihm das nicht, droht der Absturz. Die Speditionen stehen schon Schlange.
HSV – Kathleen Krüger: Die erste Sportvorständin der Liga muss die Abgänge der letztjährigen Topstars Luka Vušković und Fabio Vieira auffangen. Dass sie in der Lage ist, schwierige Situationen zu meistern, bewies sie in ihrer Zeit als Teammanagerin beim FC Bayern – weshalb sie der HSV verpflichtete und prompt in den Vorstand beförderte.
1. FC Köln – Said El-Mala: Und dann fiel der Vorhang im Transfer-Theater. Weil der BVB mit seinem ersten, zweiten und auch dritten Angebot an der 50-Millionen-Forderung des Effzeh gescheitert war, bleibt Fanliebling Said El-Mala in Köln. Mit neuer Rückennummer – die 10, einst getragen von Vorgänger-Publikumsliebling Lukas Podolski –, neuem Topgehalt und Vertragsverlängerung bis 2031. Familie El-Mala um Mutter Sabrina und Papa Mohamed (Spitzname: „Moped“) haben sich die Unterschrift ordentlich versüßen lassen. Doch es bleiben Fragen: Ist das alles nur ein teurer Enkeltrick? Wie lange hält El-Malas Treuebekenntnis wirklich? Und wie stark bleibt der FC im Winter, wenn ein potenter Premier-League-Club eine unmoralische Summe bietet?
Werder Bremen – Niclas Füllkrug: Die Bremer Verantwortlichen zeigten diesen Transfersommer Mut zur Lücke (bitte entschuldigen Sie diesen Witz) und holten Niclas Füllkrug zurück. Wenn die Leihe einschlägt, könnte er Werder Bremen zum Klassenerhalt schießen. Wenn nicht, droht den Hanseaten eine ganz schwierige Saison. Aber was soll schon schiefgehen? Ein verletzungsanfälliger Stürmer mit großem Namen, der von einem Topclub an Werder ausgeliehen wird – das hat zuletzt ja immer gut geklappt (Stichwort: Boniface).
Schalke 04 – Edin Džeko: Es ist endlich wieder Licht im Schacht! Wir meinen: Wer sich nicht ernsthaft über den Wiederaufstieg des blauen Ruhrgebietsriesen freut, hat den Fußball nie geliebt. Zumal Königsblau heuer romantische Gefühle weckt. Robin Gosens darf seit Sommer erstmals für seinen Lieblingsclub auflaufen. Und vorne soll ein Methusalem für besondere Momente sorgen. Mit seinen 41 Jahren wird Edin Džeko der mit Abstand älteste Torjäger in der neuen Bundesligasaison sein. Der Oldie hat es übrigens immer noch drauf – rauschende Europapokalnächte sind in Gelsenkirchen nur noch eine Frage der Zeit.
SV Elversberg – Noah Darvich: Prominenz im Saarland: Noah Darvich, beim FC Barcelona ausgebildet, ist an Elversberg ausgeliehen. Und soll dort statt dem neuen Messi der neue Manuel Feil werden – die Elversberger Vereinslegende.
SC Paderborn – Ralf Kettemann: Bei einer Umfrage hat der Coach des Bundesligaufsteigers wen als neuen Meister getippt? Richtig: den VfB Stuttgart! Unkonventionell – und typisch Kettemann. Der 40-Jährige hat sich von ganz unten nach ganz oben gearbeitet. Und zwar wortwörtlich: Seine Coachingkarriere startete der gebürtige Crailsheimer 2011 als Spielertrainer in der Bezirksliga Hohenlohe beim TSV Ilshofen. In seiner allerersten Saison als Profi-Cheftrainer führte Kettemann sein Team in die Bundesliga. Der Mann kennt keine Grenzen – nicht mal bei Umfragen.JOHANNES OHR, VINZENT TSCHIRPKE