Bitte nicht! Wehrle über das M-Wort. © Charisius/dpa
Stuttgart – Natürlich kennt auch Alexander Wehrle die Bilanz. Aber genau deshalb ist der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart gut beraten, bei der Reise nach München das Prinzip Hoffnung walten zu lassen. „Solche Statistiken sind für mich wenig aussagekräftig“, sagt der 51-Jährige beim Blick in die Geschichtsbücher der Bundesliga, die den letzten Sieg der Schwaben in München tatsächlich am 12. Mai 2018 ausweisen. Für ihn, na logisch, „zählt immer nur das aktuelle Spiel“. Und hört man Wehrle im Gespräch zu, merkt man: Dieser VfB kommt zum Eröffnungsspiel der 64. Spielzeit an diesem Freitag (20.30 Uhr) in der Allianz Arena selbstbewusst daher.
Von der „ größtmöglichen Chance, die Bayern auch zu ärgern“ spricht Trainer Sebastian Hoeneß, Wehrle sagt gegenüber unserer Zeitung: „Sportlich ist es die maximale Herausforderung. Aber zugleich gibt es uns die Möglichkeit, auf der großen Bühne des Auftaktspiels dabei zu sein.“ Dass der Meister des Vorjahres ein solches noch nie (!) verloren hat spricht ebenso gegen Stuttgart wie die jüngsten Aufeinandertreffen. 0:5 und 2:4 endeten die Bundesliga-Duelle der vergangenen Spielzeit, im Pokalfinale kam man nach einem Hattrick von Harry Kane mit 0:3 unter die Räder. Trotzdem sagt Wehrle: „Wir haben in den vergangenen Spielen gegen die Bayern gezeigt, dass wir nicht chancenlos sind.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Und solange wir am Freitag mindestens genauso viele Tore schießen wie die Bayern, kann Kane gerne treffen.“
Die Aufgabe soll Deniz Undav übernehmen, der in sieben Aufeinandertreffen gegen den Rekordmeister noch nie erfolgreich war. Der neue Kapitän will zudem im Laufe der Saison als Publikumsliebling auf und neben dem Platz vorangehen, um die von Wehrle formulierten Ziele zu erreichen: „Wir wollen wie in den vergangenen Jahren in jedem Wettbewerb so erfolgreich wie möglich unterwegs sein.“ Drei an der Zahl sind es, die Belastung wird hoch sein. Deshalb ist das M-Wort trotz hoher Ambitionen in Stuttgart auch auf dem Index.
Darüber, dass Paderborns Trainer Ralf Kettemann auf den VfB als Meister der Spielzeit 2026/27 getippt hat, hat man sich sehr gefreut. Dennoch nimmt Wehrle das Lob mit Humor: „Das ist eine nette Wertschätzung aus Paderborn, ich lade Ralf Kettemann gerne bei Gelegenheit zum Maultaschenessen ein. Aber unsere Messlatte ist sicher nicht die Meisterschaft.“ Sondern erstmal: den Meister zu ärgern. Es wäre historisch.H. RAIF, P. KESSLER, V. TSCHIRPKE