München – Der FC Bayern stellt in der Führungsebene die Weichen für die Zukunft. Bei der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Dienstag wurden die Vertragsverlängerungen von CEO Jan-Christian Dreesen und Sportvorstand Max Eberl bis 2029 beschlossen. Nun soll auch der nächste Boss gehalten werden.
Wie unsere Zeitung erfuhr, möchte der Rekordmeister den im Sommer 2027 auslaufenden Vertrag von Sportdirektor Christoph Freund zeitnah verlängern. Während Eberls Weiterverbleib kein geräuschloser Selbstläufer war, sind sich die Entscheider beim Österreicher einig.
Freund, der 2023 aus Salzburg kam, ist kein Lautsprecher, aber mit Fleiß, Expertise und Loyalität kommt der Teamplayer intern bestens an. Zu Trainer Kompany hat er einen guten Draht. Freund gilt als Architekt des Unterbaus beim FCB. Einerseits liegt die Hoheit über den Campus seit einiger Zeit nicht mehr bei Eberl, sondern beim 49-Jährigen und Jochen Sauer als Nachwuchsdirektor. Umstrukturierungen fanden bereits statt. Gerade der Campus ist mit Blick auf die internationale Konkurrenz, die von Investoren und Staaten gesponsert wird, immer wichtiger. Andererseits sorgte Freund im bisherigen Transfersommer in Zusammenarbeit mit seinem früheren Salzburg-Kollegen Sauer mit Verkäufen von Talenten und Ergänzungsspielern für wichtige Einnahmen.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Verpflichtungen von Sacha Boey (für 30 Mio. Euro von Galatasaray) und Bryan Zaragoza (für 17 Mio. von Granada) im Winter 2024 gehen auf seine Kappe. Allerdings: Freund war mitverantwortlich dafür, dass Lennart Karl (18) 2025 trotz Widerständen zu den Profis hochgezogen wurde. Inzwischen hat das Offensivjuwel einen Marktwert von 60 Millionen Euro.P. KESSLER