Party ab Tag eins: Die Bayern wissen, wo sie hinwollen: wieder auf den Meister-Thron. © Beier/AFP
Historischer Treffer: Upamecano gelang das erste Tor der 64. Bundesliga-Spielzeit – nach einer Ecke. © Feil/IMAGO
München – Sturm, Hagel, Donner – es war am Freitagabend im Münchner Norden Schlimmstes befürchtet worden. Aber weil mehr als starker Dauerregen in den 90 Minuten zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart nicht über der Allianz Arena herunterkam, wirbelte der FC Bayern einfach auf dem Rasen wie ein Orkan. Mit 5:1 (1:1) fegte der Double-Sieger im Eröffnungsspiel der 64. Bundesliga-Spielzeit über 45 Minuten tapfere, dann aber deutlich unterlegene Schwaben hinweg – und zeigte, was jeder neutrale Fan befürchtet hat: Die Dramaturgie für die 64. Bundesliga-Spielzeit scheint bereits geschrieben.
Immerhin: Keinem Stürmer, sondern Dayot Upamecano gelang der erste Treffer der neuen Saison (21.). Obwohl Josha Vagnoman noch ausglich (52.), waren die Bayern durch weitere Treffer von Michael Olise (55.), Ismael Saibari (82.) und Luis Diaz (90.+2) sowie einem Eigentor von Vagnoman (58.) eine Klasse für sich. Wie in den vergangenen 25 Jahren ging die Auftaktpartie an den Meister. Den alten – und wahrscheinlich auch neuen.
Kompany vertraute – mit Ausnahme von Upamecano für Jonathan Tah und Alphonso Davies für Josip Stanisic – derselben Elf wie im Supercup. An die Qualität des VfB erinnerte man sich 97 Tage nach dem Pokalfinale auf dem Platz wie auf den Rängen: Mehr als fünf (!) Minuten lang skandierten die Fans zum Start „Deutscher Pokalsieger“ – und sahen ein zu Beginn offenes Spiel. So hatte auch der Stuttgarter Tiago Tomas die beste Gelegenheit zur frühen Führung. Er traf Aluminium, genau wie Olise nach Freistoß auf der anderen Seite (17.). Präziser machte es Upamecano vier Minuten später.
Ausgerechnet nach einer Ecke von Joshua Kimmich – nicht immer die Parade-Disziplin der Bayern – kam der Franzose zum Kopfball, den VfB-Keeper Fabrian Bredlow nicht erreichen konnte. Diaz hatte keine fünf Minuten später alleine die Chance auf das 2:0, diesmal aber war der auch in der Folge für Stuttgart immens wichtige Bredlow da. Man merkte dem VfB an, dass ihm der Treffer zusetzte. Zum einen bekamen die Bayern mächtig auf die Socken, zum anderen wurde die Partie bis zum Pausenpfiff einseitiger.
Olise vergab kurz vor dem Pfiff mit der Hacke. Dabei wäre ein zweites Tor gut gewesen, denn nach dem Seitenwechsel lag der Ball plötzlich auf der anderen Seite im Netz. Neuer, der als Rekordhalter in die 21. Bundesliga-Spielzeit ging, zeigte einen überragenden Reflex gegen Chabot, war gegen Vagnoman aber chancenlos (52.). Ein Glück, dass Kimmich kurz später hellwach Olise per Traumpass bediente. 2:1, vier Minuten nach dem Ausgleich, 3:1 sechs Minuten danach – Eigentor Vagnoman nach Davies-Flanke. Den Blitz-VfB-Niedergang unterband der VAR, der einen weiteren Olise-Treffer aberkannte.
Die Luft war dennoch nicht raus – zumal gewechselt wurde. Und so kam auch Ismael Saibari noch zu seinem ersten Arena-Moment. Starke Vorarbeit zum 4:1 durch Pavlovic. Diaz setzte den Schlusspunkt. Das Fazit aber stand eh schon: Donnerwetter, Bayern!H. RAIF, M. BONKE, V. TSCHIRPKE