Infantino unter Beschuss

von Redaktion

Uefa bereitet eine Strafanzeige gegen den Fifa-Chef vor

Gianni Infantino fühlt sich unantastbar. © Thai Linh/EPA

Monaco – Die Uefa arbeitet konsequent an einem Sturz von Fifa-Boss Gianni Infantino. Mit ihrem Gesuch an die US-Justiz zur Sicherung von Dokumenten rund um den verhinderten WM-Investorendeal bei einem Gericht in Florida haben die europäischen Fußball-Funktionäre den Konflikt auf ein neues Level gehoben. Der Weltverband steuert auf die größte Krise seit den Skandalwirren um Ex-Chef Joseph Blatter vor gut elf Jahren zu.

Eine Rückkehr zu einer Zusammenarbeit zwischen Uefa und Infantino scheint unabhängig vom Ausgang der nun losgetretenen juristischen Aufarbeitung ausgeschlossen. „Die Fifa muss wieder als eine Institution geführt werden, die dem Fußball dient – und nicht als Instrument individueller Macht agiert“, hieß es in einer Uefa-Stellungnahme nach dem Treffen aller 55 Mitgliedsverbände in Monaco.

Mit seinem abseits aller Fifa-Institutionen mit US-Geschäftspartnern vorangetriebenen Milliarden-Deal zur WM-Vermarktung hat Infantino aus Sicht der Uefa eine rote Linie überschritten. „Infantino polarisiert die Fußball-Welt, wie man es noch nie erlebt hat“, sagt die norwegische Verbandschefin Lise Klaveness.

Seit 2016 wurde dem ehemaligen Uefa-Generalsekretär in mehreren Fällen persönliche Bereicherung vorgeworfen – und sein Versuch, die WM-Rechte teilweise zu privatisieren, ist Wasser auf die Mühlen aller Gegner, die Infantino für korrupt halten. Die Uefa strebt ein strafrechtliches Verfahren an und will Beweise sichern lassen, die vor Schweizer Gerichten gegen Infantino vorgebracht werden können.

Aber noch ist keine Anklage erhoben. Es geht nur um die Vorbereitung eines möglichen Verfahrens in der Schweiz.DPA

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