Ist er der neue Tyson?

von Redaktion

Moses Itauma (21) kämpft um WM-Titel – Münchner Experte erklärt das Box-Wunderkind

München – Brachial wie Iron Mike Tyson, flink wie Ali und schlau wie Usyk. Die Boxwelt ist in Aufruhr, wenn die Sprache auf einen jungen Engländer kommt: Moses Itauma – der 21-Jährige ist das größte Versprechen im Boxen überhaupt.

Jetzt macht er sich bereit für den Kampf des Jahres! Am Samstagabend schaut die Szene nach London: Itauma gegen Filip Hrgovic, es geht um die IBF-Weltmeisterschaft im Schwergewicht, den Titel, der zuvor dem ukrainischen Superstar Oleksandr Usyk gehörte, der ihn aber niederlegte (exklusiv bei DAZN, Einlauf circa 23.30 Uhr). Alle wollen wissen: Wird Itauma der neue Superchampion?

Es ist ein kometenhafter Aufstieg, den Itauma hingelegt hat. Der Brite hat erst 14 Profi-Kämpfe bestritten, alle gewonnen. Das Besondere: Zwölf dieser Kämpfe gewann er durch K.o., bis auf einen alle in der 1. oder 2. Runde. „Er hat unfassbare Power in seinen Fäusten. Das ist sehr, sehr beeindruckend“, sagt der Münchner DAZN-Experte Andreas Selak, der den Kampf am Samstag gemeinsam mit Uli Hebel und Bernd Bönte (Ex-Klitschko-Manager) kommentieren wird.

So beeindruckend, dass Itauma nach gerade mal drei Jahren als Profi bereits eine WM-Chance erhält. Sollte er den Kampf gewinnen, wäre er nach Mike Tyson nicht weniger als der jüngste Schwergewichtschampion aller Zeiten. „Alle Experten gehen davon aus, dass er gewinnen wird. Der Hype um ihn ist gigantisch, weil er einfach alles mitbringt. Schlaghärte, Schnelligkeit, Ringintelligenz“, sagt Selak. „Wie Itauma seine Gegner teilweise ausgeknipst hat, ist wirklich beeindruckend. Er könnte das Schwergewicht in Zukunft stark dominieren.“

Moses Itauma – ist er sogar der neue Mike Tyson? „Es gibt einige Parallelen. Tyson war erst 20, als er Weltmeister wurde, Itauma ist 21. Tyson hat seine Gegner reihenweise in den ersten beiden Runden ausgeknockt – Itauma auch. Und: Tyson in seiner Prime war so beweglich, dass er fast nie getroffen wurde – Itauma auch“, erklärt Selak. Doch es gibt einen Unterschied: Tyson (inzwischen 60 Jahre alt) war unbeherrscht, aufbrausend, wild. Itauma ist cool, total smart, intelligent. Eigenschaften, die ihn im Ring noch stärker machen.

Jetzt kommt also mit Hrgovic der erste echte Test für den Wonderboy – und das gleich in einem WM-Fight. Selak: „Das ist der Kampf, den alle sehen wollen. Vielleicht vergleichbar mit Usyk gegen Fury zuletzt. Denn möglicherweise sehen wir den Beginn einer neuen Ära…“JAN JANSSEN

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