ZUM TAGE

Kompany geht in sein schwierigstes FCB-Jahr

von Redaktion

Fulminanter Auftaktsieg

Das Lob für Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany kam von höchster deutscher Fußballstelle. „Ich kann mich noch gut an das Debüt von ihm als Burnley-Trainer erinnern. Jahrelang hat der Club langen Hafer hinter die Linie gespielt, Push-up, Einwürfe. Bei ihm hat das dann richtig nach Fußball ausgesehen“, sagte Bundestrainer Jürgen Klopp vorm Bundesliga-Auftakt des FC Bayern gegen Stuttgart und gestand: „Als Bayern ihn geholt hat, dachte ich: Mutig, aber superschlau.“ Er war ein Weltklasse-Spieler und ist auf dem Weg, ein Weltklasse-Trainer zu werden.“

Um sich bereits mit Anfang 40 in die Aufzählung der Welttrainer der jüngeren Geschichte wie Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Luis Enrique oder Kloppo himself einzureihen, muss Kompany in seinem dritten Jahr in München nicht „nur“ Meisterschaft und DFB-Pokal gewinnen, sondern auch die Champions League. Der Auftakt ins neue Fußballjahr ist mit dem fulminanten Kantersieg gegen den VfB Stuttgart zwar schon mal geglückt – doch Kompany steht sein schwierigstes Jahr an der Säbener Straße bevor.

Das hat einen simplen Grund: Der Belgier hat in seinen ersten beiden Spielzeiten alle Erwartungen übertroffen, geht jetzt aber mit einer enormen Fallhöhe in sein drittes Amtsjahr beim deutschen Rekordmeister. Denn: Wer in seinem zweiten Jahr im Königsklassen-Halbfinale stand und das Double gewann, kann heuer doch locker einen draufsetzen – oder? Das ist das Selbstverständnis des FC Bayern.

Dabei muss Kompany schon früh in der Saison mit vielen Themen klarkommen, auf die er nur bedingt Einfluss hat, die aber ein entscheidender Erfolgsfaktor in der neuen Spielzeit sind: die Genesung von Jamal Musiala, mögliche Nachwehen der XXL-WM und Anspannungen in der Chefetage, über die auch intern bereits getuschelt wird. Dem jungen Fußballlehrer bleibt zu wünschen, dass er einen kühlen Kopf behält, wie er es in seinen ersten beiden Bayern-Jahren getan hat. Dann ist der Triple-Coup tatsächlich möglich. Aber: Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten – vor allem in England.

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