Kontur muss Rankel erst noch gewinnen

von Redaktion

Was vom neuen Eishockey-Bundestrainer zu halten ist – Assistentenfrage offen

Selbstbewusster Auftritt: André Rankel. © Sven Hoppe/dpa

München – André Rankel (41), ehemaliger Nationalspieler und bisher Assistenzcoach der Eisbären Berlin, ist der neue Eishockey-Bundestrainer. Fragen und Antworten zu ihm.

Wie war Rankels Einstands-Pressekonferenz? Der Stolz, der Auserwählte zu sein – laut Rankel war der Verband auf ihn zugekommen – war ihm anzumerken, ebenso die Entschlossenheit, diese glückliche Fügung in seiner Trainerlaufbahn zu nutzen. Rankel kann gut reden. Allerdings: Inhaltliche Stärke offenbarte er bei seiner Präsentation nur, als es um konkrete Erlebnisse aus der Vergangenheit ging. Die Formulierung seiner Ziele hätte auch ein von einer KI geschriebener Post beim Karriere-Portal LinkedIn sein können. Noch zu wenig, um Kontur zu gewinnen und die Öffentlichkeit mitzureißen.

Wer werden Rankels Mitarbeiter? Bei den vergangenen Turnieren fuhr der DEB an der Bande groß auf: Bundestrainer Harold Kreis nahm sich DEL-Cheftrainer als Assistenten. Immer dabei war Alex Sulzer (Bremerhaven), dazu wahlweise Serge Aubin (Berlin) oder Mark French (Ingolstadt); bei Olympia kam sogar noch ein NHL-Mann dazu, Jamie Kompon von den Florida Panthers – der zur Mannschaft aber überhaupt keinen Draht fand. Auch Torhütertrainer (zuletzt Ilpo Kauhanen aus Ingolstadt) und ein Videoanalyst gehören zum „Staff“. Was seine Assistenten betrifft, spricht Rankel von einer „sehr wichtigen Entscheidung“. Er habe auch „genaue Vorstellungen“ – bislang aber lediglich das Profil betreffend, noch keine konkreten Personen. Sicher nicht mehr dabei sein wird Alex Sulzer, der eigentlich 2027 die Kreis-Nachfolge antreten sollte – mit ihm hat sich DEB-Sportvorstand Christian Künast überworfen.

Wie geht Rankel die Arbeit an? „Hier, jetzt und heute“, versprach er. Bevor er einen Kader für den Deutschland Cup in Düsseldorf (5. bis 8. November mit Lettland, Österreich, Slowakei) nominiert, geht es für ihn erst einmal darum, „die Spieler kennenzulernen“. In der Regel finden solche Gespräche nach DEL-Spielen statt – obwohl er aus seiner Spielerzeit noch weiß, „wie schwer es ist, wenn du verloren hast und dich der Bundestrainer noch sprechen will“.

Wie wird seine Mannschaft bei der WM 2027 in Deutschland aussehen? Von den deutschen NHL-Spielern sind alle bis auf Torhüter Philipp Grubauer (Seattle) Playoff-Anwärter und eventuell gar nicht oder spät für das Nationalteam verfügbar. „90 Prozent der Nationalspieler kommen aus der DEL“, sagt Sportvorstand Künast. Aufstrebende Talente? Aktuell nur Max Calce (17) aus Mannheim, möglicher NHL-Erstrundendraft.

GÜNTER KLEIN

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