Alter Carlitos gegen neuen Zverev

von Redaktion

Nach langer Verletzungspause: Alcaraz fordert deutschen US-Open-Favoriten

Könnten erst im Finale aufeinandertreffen: Alexander Zverev und Rückkehrer Carlos Alcaraz. © Jingchen/IMAGO

Nach überstandener Handgelenksverletzung ist Carlos Alcaraz wieder fit und auf der Jagd nach seinem achten Grand-Slam-Titel. © Finney/AFP

Das typisch breite Lächeln ist bereits zurück. Vor seinem Comeback nach mehr als vier Monaten Pause präsentiert sich Carlos Alcaraz bester Laune – und doch wird der Titelverteidiger bei den US Open von vielen Fragen begleitet. Ist der 23-Jährige ohne jede Matchpraxis wirklich fit genug, um trotz seiner langwierigen Verletzung am Handgelenk die Rolle als Topfavorit vor Alexander Zverev zu erfüllen?

Zumindest sein deutscher Widersacher rechnet fest mit dem 23-Jährigen als Titelanwärter. „Ich erwarte, dass er im ersten oder zweiten Spiel vielleicht etwas eingerostet sein wird, aber sobald er das hinter sich hat, wird er hier sicherlich ein ernst zu nehmender Konkurrent sein“, sagte Zverev vor seinem eigenen Erstrundenmatch gegen den Italiener Lorenzo Sonego am Dienstag. Ein direktes Aufeinandertreffen wäre ohnehin erst im Finale am 13. September möglich.

Ohne den Tennis-Weltranglistenersten Jannik Sinner, der wegen einer Knieverletzung fehlt, sehen auch die Buchmacher Alcaraz noch vor Zverev in der Top-Position für den Gewinn seines achten Grand-Slam-Titels. „Es wäre aber absolut utopisch, wenn er seine absolute Bestform schon jetzt wieder bei den US Open erreichen würde“, warnt Boris Becker.

Alcaraz selbst nennt als Vorbilder für seinen ersten Auftritt seit Mitte April die Größten des Tennissports, die nach langwierigen Verletzungen erfolgreich zurückkehrten. „Ich denke, viele haben es bewiesen“, sagte er. „(Roger) Federer, (Rafael) Nadal und viele andere haben gezeigt, dass es möglich ist. Wir werden versuchen, an dem Glauben festzuhalten, dass es auch für uns möglich ist.“ Diese Zuversicht hatte er jedoch nicht immer. Im ersten Monat nach seiner Verletzung habe er seinen rechten Arm gar nicht nutzen können, berichtete Alcaraz und sprach von einer Zeit, die „ziemlich schwierig“ für ihn gewesen sei. „Belastende Gedanken“ hätten ihn dabei begleitet.

In New York ist davon zumindest äußerlich nichts mehr zu spüren. Beim Mixed-Auftritt mit Serena Williams steckte Alcaraz die US-Legende mit seinem Lachen an. Vor seinem ersten Training im riesigen Arthur-Ashe-Stadion genoss er sichtlich wieder den Jubel der Fans. „Ich vermisse alles. Ich vermisse den Platz, ich vermisse das Publikum, ich vermisse die Ballkinder. Ich denke, dass es keinen besseren Ort geben könnte als hier, um wieder zu starten“, rief Alcaraz emotional über das Stadionmikrofon.

Der Spanier mit den kraftvollen Schlägen wirkt weniger muskulös als vor seiner Pause, auch bei seiner Frisur setzt er mit längeren Haaren das Zeichen eines Neubeginns. „Ihr werdet Carlitos so spielen sehen, wie er es immer getan hat“, sprach Alcaraz von sich selbst. „Ich werde mir kein Limit setzen.“

Und Zverev? Glaubt derweil, dass die Bälle im Profitennis etwas mit den Verletzungen jüngerer Topspieler zu tun haben. „Die Bälle sind einfach ein bisschen toter geworden, man muss mehr auf den Ball draufhacken, damit der Ball irgendwo hingeht“, sagte der 29-Jährige. „Dadurch kommen die ganzen Handgelenks-, Ellenbogenverletzungen und Armprobleme.“SID, DPA

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