Auf Euphorie folgt Schock

von Redaktion

Lange konnte sich der BVB an Wirbler Konstantelias nicht erfreuen

Der Moment, in dem alle spüren: Giannis Konstantelias (am Boden) hat sich schwer verletzt. Der Teamarzt unterzieht das Knie dem sogenannten Schubladentest. © Maik Hölter/Imagoo

Dortmund – Als Giannis Konstantelias niedergeschlagen und mit schwarz-gelber Bandage um sein linkes Knie in einem schwarzen Van das Dortmunder Westfalenstadion verließ, war ihm die Angst vor der bittersten aller Fußballer-Diagnosen ins Gesicht geschrieben. Mitspieler, Trainer, Fans – sie alle hatten zuvor mit dem Griechen gelitten, die womöglich schwere Knieverletzung rückte den überaus gelungenen Saisonstart der Borussia in den Hintergrund.

„Wir sind sehr traurig und haben diesen Sieg teuer bezahlt“, sagte Trainer Niko Kovac nach dem 2:0 (2:0) zum Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV, nachdem er schon bei der Auswechslung in der 54. Minute als Erster Aufbauarbeit hatte leisten müssen. Auch Sport-Geschäftsführer Lars Ricken befürchtete nach dem Schubladentest auf dem Rasen und der ersten Vor-Ort-Diagnose von Teamarzt Markus Braun „das Schlimmste“: einen Kreuzbandriss

Dabei hatte doch bis zum unglücklichen Zweikampf mit Bakery Jatta (52.), in dem sich Konstantelias das Knie verdrehte, alles nach einem perfekten Abend ausgesehen. Der BVB spielte berauschenden Offensivfußball, Konstantelias wirbelte mit seinem kongenialen griechischen Partner Konstantinos Karetsas den HSV durcheinander und sorgte nach dem Führungstreffer von Serhou Guirassy (9.) für das 2:0, den Endstand (45.+1).

Doch dann hörte der Torschütze, dessen Familie extra aus Griechenland angereist war, das berüchtigte Knacken – und während er sich in der Kabine untersuchen ließ, sah Kovac „einen Bruch“ im Spiel. „Das hat uns sehr getroffen, weil man schon gesehen hat, wie wichtig er sein kann.“ Er habe Konstantelias wie viele andere „natürlich getröstet, er war sehr geknickt“, sagte Kovac.

Der BVB muss voraussichtlich monatelang ohne den 23-Jährigen auskommen. Schon am Dienstag (20.45 Uhr/Sky und RTL) steht mit dem DFB-Pokalspiel im Hamburger Volksparkstadion gegen den Fünftligisten HEBC die nächste Pflichtaufgabe an. Ob man vor dem Ende des Transferfensters am Dienstag noch einmal reagieren müsse, „wissen wir nicht. Aber zumindest werden wir überlegen“, sagte Kovac.

Sportlich hatte der Auftritt die Euphorie befeuert. Besonders die „perfekte erste Halbzeit“ (Kapitän Waldemar Anton), in der sich der BVB phasenweise in einen Rausch spielte und mit 14:0 Torschüssen über den HSV hinwegfegte, habe „gezeigt, dass wir da wirklich in der Lage sind, Außergewöhnliches zu entwickeln“, sagte Ricken.

Nach dem Verletzungsschock und der unnötigen Roten Karte für den kurz zuvor eingewechselten Samuele Inácio (77.) schaukelte der Gastgeber den Sieg locker ins Ziel. SID

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