Trendsetter: Saibari mag‘s gerne bunt.
Nicht schnell? Saibari trickste Jeltsch aus. © Feiner/IMAGO
München – Der Blick ging am Freitagabend auf die Zauberfüße, das konnte Ismael Saibari nicht verhindern. Und obwohl der Neuzugang nach seinem Heim-Debüt im Trikot des FC Bayern eigentlich passende Worte fand, war die Frage des Abends keine sportliche. Warum er zwei verschiedene Schnürsenkel trage, wollten die Reporter im Anschluss an das 5:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart wissen. Die Antwort beim Blick auf ein rosafarbenes und ein blaues Band klang simpel wie logisch: „Das ist der neue Style, ich mag das.“
Wer 25 Jahre jung ist, darf alles ausprobieren. Und im Vergleich zur modischen Extravaganz anderer Kollegen waren die Details an den Schuhen fast unauffällig. Was sie dennoch zeigten: Saibari weiß, was er will – und das gilt auch auf dem Platz. Nach neun Minuten im Supercup gegen den BVB unterstrich der Marokkaner in seinen 29 gegen den VfB mit gleich zwei Assists, was er auch aussprach: „Ich werde fitter und fitter, fühle mich gut.“ Den Zusatz „es liegt jetzt am Trainer…“ wird auch Nathaniel Brown vernommen haben, der bisher auf der Zehn ran durfte. Der Druck von Saibari nimmt stetig zu.
Schlecht machte der 23-Jährige seine Sache nicht, und trotzdem wurde nach Abpfiff mehr über „Isi“ als über „Nene“ gesprochen. Vor allem der Assist zum 4:1 auf Aleksandar Pavlovic blieb 75.000 Zuschauern im Kopf. Sportvorstand Max Eberl erklärte passend: „Man hat beim Sprint gemerkt, dass er körperlich noch nicht so weit ist. Aber wenn du dann in diesem Zustand diesen Haken machst, die Übersicht behältst, das ist schon besonders.“ Man hätte ihm verziehen, hätte er sich dabei selbst auf die Schulter geklopft. Schließlich hat er die bunten Zauberfüße verpflichtet.HLR, BOK, VT