Sieglos in Giesing

von Redaktion

Wieder kein Heimerfolg: Löwen kommen gegen Aufsteiger Landsberg nur zu einem 1:1

Zum Verzweifeln: An Torchancen mangelte es Flo Niederlechner (vorne) und den Löwen nicht – am Ende stand jedoch ein enttäuschendes 1:1-Remis. © Gamel/Imago

München – Dass die Sechzger nicht mehr im Profifußball vertreten sind, zeigt sich auch in den kleinen Details rund um die Spiele. So mancher Löwenfan wunderte sich am Sonntag, als Landsbergs Leopold Leimeister rund zwei Stunden vor Spielbeginn ganz entspannt die Tegernseer Landstraße in Richtung Grünwalder Stadion hinunterschlenderte. Anreise eines Spielers zu Fuß – sieht man auch nicht alle Tage. Auf dem Rasen wehrten sich Leimeister und seine Teamkollegen nach Kräften und machten dem Favoriten 1860 das Leben schwer. Nach der Partie feierte der Landsberger Anhang – 1:1-Achtungserfolg bei den Löwen.

Von Beginn an war Musik drin im Spiel. Das lag zum einen an den Lücken beider Defensivreihen, zum anderen an der kleinlichen Linie von Referee Christian Dietz (bei der WM 2026 als Linienrichter im Einsatz). Keine acht Minuten waren absolviert, da hatten mit Raphael Wach und Tunay Deniz bereits zwei Löwen die Gelbe Karte gesehen. Löwen-Kapitän Dennis Dressel war nach dem Spiel überhaupt nicht einverstanden mit der Schiedsrichterleistung: „Mit dem konnte man nicht reden. Das war unterste Schublade.“

Dass Dietz zwar ein strenger, aber keinesfalls unaufmerksamer Vertreter seines Fachs ist, bewies er nach einer Viertelstunde. Nach einem sehenswerten Steckball von Benedikt Hoppe umkurvte Florian Niederlechner Keeper Leopold Leimeister und wurde dabei klar am Fuß getroffen. „Elfmeter“ lautete die korrekte Entscheidung. Michael Eberwein ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte seinen vierten Saisontreffer, das frühe 1:0.

Der Treffer machte etwas mit den Gästen, die in den Folgeminuten gehörig wackelten. Ein schnelles 2:0 hätte die Partie mutmaßlich entschieden, doch die Löwen konnten keines der Landsberger Geschenke annehmen. Leimeister machte einen folgenschweren Ausflug mit einer Glanzparade gegen Emre Erdogan wieder gut. 1860 ließ die Gäste am Leben und musste sich zur Pause mit einer knappen 1:0-Führung begnügen.

Um ein Haar hätte Sechzig die Quittung für den sorglosen Auftritt schon vor der Pause erhalten, doch die Latte rettete beim Abschluss von Kilian Pittrich. Kurz nach dem Seitenwechsel folgte jedoch die kalte Dusche für die Hausherren. Nach einem Zweikampf mit Dressel sank Ünal Tosun im Sechzehner zu Boden, Dietz entschied auf Strafstoß. Sah Dressel anders: „Ich dachte, er gibt Gelb wegen Schwalbe.“ Furkan Kircicek nahm sich der Sache an und traf eiskalt zum Ausgleich.

In der Schlussphase ergaben sich auf beiden Seiten riesige Räume. „Da wurde das Spiel total wild“, erklärte Dressel. Sowohl die Löwen als auch Landsberg ließen beste Gelegenheiten zum Sieg ungenutzt. Und so verließen die Löwenfans auch nach dem dritten Heimspiel der Saison mit hängenden Köpfen das Grünwalder. Der sichtlich angefressene Dressel mahnte nach dem Abpfiff zur Bodenständigkeit. „Nach dem Spiel letzte Woche (gegen Kiel; Red.) war die Erwartung gefühlt so, als müssten wir jeden Gegner mit 5:0 aus dem Stadion schießen.“MARCO BLANCO UCLES

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