Zeidlers vierter WM-Streich

von Redaktion

Ruder-Star lässt der Konkurrenz keine Chance – Achter geht leer aus

Vierter Platz für den Deutschland-Achter. © Thissen/dpa

Wieder ganz oben: Oliver Zeidler ist im Einer das Maß aller Dinge. © Wareham/Imago

Amsterdam – Oliver Zeidler ließ die Muskeln spielen und zeigte demonstrativ vier Finger in die Kamera. Der Einer-Dominator hat sich seinen Titel bei der Ruder-WM zurückgeholt und sich zum vierten Mal zum Weltmeister gekrönt. „Meine ganze Familie ist hier und kann mit mir feiern“, sagte der 30-Jährige im Siegerinterview, ehe er zuerst seiner Freundin Sofia, dann auch seinen Eltern und Großeltern überglücklich in die Arme fiel.

Im Finale auf der Bosbaan in Amsterdam setzte sich der Olympiasieger von 2024 in seinem neuen Boot in 6:35,22 Minuten überlegen gegen den Belarussen Jauhen Salaty (6:38,33) und den Norweger Jonas Slettemark Juel (6:44,03) durch und beendete die Saison damit unbesiegt. „Ich hatte einen sehr guten Rhythmus und konnte am Ende noch einen Sprint ziehen. Die Atmosphäre war sehr beeindruckend“, sagte Zeidler.

Anfang August war der 30-Jährige in Rekordzeit zu seinem vierten EM-Titel gestürmt, in Amsterdam dominierte er sämtliche Läufe auf dem Weg ins Finale am Sonntag nach Belieben. Schon nach 500 Metern lag er deutlich vor der Konkurrenz. Die angepeilte Weltbestzeit des Neuseeländers Robert Manson (6:30,74) verpasster er.

„Jetzt alle großen Titel – Olympia, WM und EM – aktuell zu halten, ist natürlich Wahnsinn. Ein schönes Gefühl“, freute sich der Ruder-Star. Im vergangenen Jahr hatte sich Zeidler auf sein Studium in Lausanne konzentriert und trotz stark reduzierten Trainings bei der WM in Shanghai den zweiten Platz hinter Stefanos Ntouskos belegt.

Fünf WM-Titel haben bislang nur Peter Michael Kolbe, der Neuseeländer Mahe Drysdale und der Tscheche Ondrej Synek gewonnen. „Mit denen gleichzuziehen, wäre natürlich toll“, hatte Zeidler im Vorfeld betont. Im nächsten Jahr kann es bei der WM in der Schweiz auf seiner Lieblingsstrecke in Luzern soweit sein. Das große Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, bei denen er sein zweites Gold holen will.

An einer Medaille ist der Achter um Steuermann Jonas Wiesen vorbeigeschrammt. Das einstige Flaggschiff des Deutschen Ruderverbands ging unter dem tosenden Jubel der siegreichen Niederländer in einem extrem schnellen Rennen als Vierter zwar leer aus und muss weiter auf die erste WM-Medaille seit 2019 warten, nahm aber dennoch viel Positives mit. „Es tut natürlich weh, keine Medaille zu holen“, sagte Theis Hagemeister: „Aber wir sind stark gefahren und haben noch Raum für Potenzial. Das langfristige Ziel bleibt Olympia, das war ein wichtiger Schritt.“

Die Niederlande verteidigten auf ihrer Heim-Regatta in Weltbestzeit erfolgreich den Titel, in einem Fotofinish setzte sich der Gastgeber nach 5:17,75 Minuten knapp gegen Olympiasieger Großbritannien durch. Deutschland konnte auf der äußeren Bahn beim dritten Rennen innerhalb von 24 Stunden nur zu Beginn ganz vorne mithalten.SID

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