„Thermometer“ Gülich

von Redaktion

DBB-Kapitänin geht bei Heim-WM voran

Kapitänin Gülich gab erst ihr Comeback. © Gambarini/dpa

Berlin – Nach einem langen Weg plagten Marie Gülich Sorgen. Hält mein Knie? Kann ich meinem Team helfen?, fragte sich die Kapitänin, doch der Kopf war schnell wieder frei. „Sobald ich auf dem Spielfeld war, hat es klick gemacht“, sagt die Basketballerin zu ihrem Comeback im Nationalteam, keine drei Wochen vor der Heim-WM war das. Jetzt ist Gülich „fit wie noch nie“, rechtzeitig für das Highlight in Berlin.

Ein Kreuzbandriss, erlitten Ende Mai 2025 im Nationaltrikot, hatte sie gestoppt, ein Wechsel nach Frankreich war dadurch geplatzt, auch die EM-Teilnahme. Jetzt ist die frühere WNBA-Spielerin wieder dabei. „Marie ist unser Thermometer, Marie ist unser emotionaler Rückhalt“, betont Bundestrainer Olaf Lange in der ZDF-Doku „Macherinnen“, „wenn wir es brauchen, erhöht sie die Temperatur.“ Sie nehme „das Kompliment an“, sagte die 32-Jährige am vergangenen Samstag angesprochen auf die Aussage im Sportstudio.

„Ich habe einfach ein gutes Gefühl für Menschen“, sagt die Centerspielerin selbst, Lange sieht es genauso: „Ihre emotionale Führungsfähigkeit ist das, was sie außerhalb des Basketballs am meisten auszeichnet.“ Das will Gülich auch beim WM-Auftakt am Freitag (17.45 Uhr/ProSieben und MagentaTV) gegen Spanien unter Beweis stellen.

Ihre Mission ist nicht einfach, denn die eigene Erwartungshaltung ist groß, aber der Trend stimmt. Bei Olympia in Paris gelang vor zwei Jahren der Viertelfinaleinzug, im Vorjahr gab es EM-Platz fünf. „Das ist das beste Team, das wir je hatten“, meint Gülich und ergänzt: „Mit diesem Team fühlt man sich nie allein. Das ist wie so eine Sisterhood.“

Doch es gibt arge Verletzungssorgen, so fällt etwa Starspielerin Satou Sabally aus. Auch Saballys jüngere Schwester Nyara bangt noch um ihren Einsatz, Leonie Fiebich kommt aus einer langen Verletzungspause. Für eine Medaille müssen „so viele Dinge“ passen, „wir kontrollieren das, was wir kontrollieren können“, so Gülich. Das Podium bleibe dennoch das hochgesteckte Ziel.SID

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