DDR-Legende Eberhard Vogel gestorben

von Redaktion

Vogel prägte die Fußball-Ära in der DDR. © Schackow/dpa

Jena – Seinen Platz in den Geschichtsbüchern des Fußballs hatte Eberhard Vogel schon lange sicher. Der bescheidene, immer hochprofessionelle einstige Stürmer des FC Karl-Marx-Stadt und des FC Carl Zeiss Jena hat im Alter von 83 Jahren den langen Kampf gegen eine heimtückische Krankheit verloren. Was bleibt, sind die Erinnerungen an viele schöne Tore und unzählige Flügelläufe, mit denen er nicht nur die Verteidiger in 440 DDR-Oberliga-Spielen narrte, sondern mit denen er sich auch Anerkennung im Ausland verschaffte.

So sehr, dass selbst der legendäre Pelé Vogel als Sturmpartner zu seinem FC Santos holen wollte. In den 1970er Jahren flatterte aus Brasilien ein unmoralisches Angebot des Pelé-Clubs in Jena ins Haus. Verhandlungsbasis: zwei Millionen D-Mark – 1,5 Millionen für Carl Zeiss, eine halbe Million für Vogel als Handgeld. „Also, das Geld hätte ich schon gerne gehabt“, sagte Vogel einst der Leipziger Volkszeitung: „Ich war aber sehr heimatverbunden, wollte nicht weg von meinen Eltern und Freunden. Und ganz nebenbei: Mein Vater hätte mich erwürgt, wenn ich abgehauen wäre.“

Vogel wurde auch so glücklich. 74 DDR-Auswahl-Einsätze mit 25 Toren und 24 Spiele für die Olympia-Auswahl mit zehn Treffern stechen aus seinen Karrieredaten hervor. Der DDR-Meistertitel mit Karl-Marx-Stadt 1967 und drei FDGB-Pokalsiege mit Jena werden getoppt von den olympischen Bronzemedaillen 1964 und 1972 sowie dem Finale im Europapokal der Pokalsieger 1981 gegen Dynamo Tiflis (1:2). Auch bei der WM 1974 gehörte er zum Aufgebot.

„Er war ein begnadeter Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft gespielt hätte“, sagte einmal sein einstiger Mitspieler und späterer Trainer Hans Meyer und legte noch einen Superlativ nach: „Die Art, wie er die Linksaußenposition interpretierte, wäre reif für Lehrfilme gewesen.“DPA

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