Chelseas Morgan Rogers (li.) kostete 138 Millionen.
Man-City-Neuzugang Enzo Fernandez ist der teuerste Sommer-Transfer des Jahres. © AFP
Manchester – Neun der zehn teuersten Einkäufe, Ausgaben von über vier Milliarden Euro – und damit mehr als die anderen vier Topligen zusammen: Der Transfer-Wahnsinn in der Premier League hat in diesem Sommer abermals eine neue Dimension erreicht. Mit dem 145 Millionen Euro schweren Wechsel von Enzo Fernández vom FC Chelsea zu Manchester City wurde am Deadline Day die nächste Schallmauer geknackt. Damit ist Fernandez gemeinsam mit Alexander Isak, der im vergangenen Jahr von Newcastle United zum FC Liverpool gewechselt war, der bislang teuerste Transfer in der Premier-League-Geschichte.
Die Bundesliga und Co. sind finanziell meilenweit abgehängt. Letztlich gaben die schwerreichen Clubs von der Insel 4,1 Mrd. Euro (Quelle: Transfermarkt.de) und damit nochmals rund 500 Millionen Euro mehr als im bisherigen Rekordsommer 2025 aus. Die deutsche Elite-Liga, die italienische Serie A, die spanische La Liga sowie die französische Ligue 1 kommen zusammen lediglich auf Ausgaben von rund 3,3 Mrd. Euro. Unter die teuersten zehn Sommertransfers mit Bundesliga-Beteiligung mischte sich lediglich der für 125 Mio. Euro von Leipzig zu Real Madrid gewechselte Yan Diomande.
Doch selbst der Shootingstar der vergangenen WM schafft es im Ranking lediglich auf Platz fünf, davor liegen noch Last-Minute-Deal Fernández sowie Elliot Anderson (135 Mio. Euro) von Manchester City sowie Chelseas Neuzugang Morgan Rogers (138 Mio. Euro) und Liverpools Bradley Barcola (135 Mio. Euro). Die teuersten Bundesliga-Transfers des Sommers waren die Neu-Münchner Ismael Saibari (von PSV Eindhoven) und Nathaniel Brown (von Eintracht Frankfurt) für jeweils 50 Mio. Euro, mit dieser Ablöse schafften sie es nicht unter die teuersten 30 Spieler des Sommers. Für englische Verhältnisse sind das zwei echte Schnäppchen.
Allein 24 Transfers der Premier-League-Clubs waren kostspieliger. Letztlich verbuchte die schwerreiche englische Elite-Liga ein Transferminus von fast 1,6 Milliarden Euro. Der Kaufrausch kommt nicht überall gut an. Für Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann ist dies „der Wilde Westen, das ist ungerecht. Wenn du einen Wettbewerb willst, dann brauchst du irgendwo Chancengleichheit“, sagte er bei Sky.
Die 18 deutschen Erstligisten investierten vergleichsweise „nur“ 782 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte davon (445 Mio.) gaben die Premier-League-Aufsteiger für ihre Mission Klassenerhalt aus.SID, DPA