ZUM TAGE

Erfolgreich trotz amateurhafter Struktur

von Redaktion

Der Frauen-Basketball erobert Berlin

Die deutsche Nationalmannschaft macht Spaß! Keine Frage, wir reden hier anscheinend nicht vom Fußball. Aber es gibt viele andere Sportarten, bei denen es wirklich so ist. Die Hockey-Herren sind zum wiederholten Mal fantastisch zum WM-Titel gestürmt, die Volleyballerinnen konnten Belgien stürzen und stehen im Viertelfinale ihrer Weltmeisterschaft – und nun wollen auch die deutschen Basketballerinnen ihren Trend fortsetzen.

Klar, es sind Rand- oder sogar Nischensportarten, die in der Öffentlichkeit erst Aufmerksamkeit bekommen, wenn die jeweilige Nationalmannschaft erfolgreich ist. Die goldenen Jahre der Basketball-Herren mit dem Höhepunkt des WM-Titels 2023 sind hierfür das beste Beispiel. Der Boom galt allerdings hauptsächlich den DBB-Stars – die Liga ist sportlich gesehen alles andere als weltmeisterlich.

Parallelen gibt es bei den Frauen, die jahrelang auf die am Freitag beginnende Weltmeisterschaft in Berlin hinfieberten. Die 3×3-Mannschaft hat sich mit ihrem Sensations-Gold bei Olympia in Paris in die Herzen der deutschen Sportfans gespielt, das Nationalteam erreichte am gleichen Ort das Viertelfinale.

Seitdem die Starspielerinnen Leonie Fiebich (2018) und Luisa Geiselsöder (2019) ihre DBB-Debüts gefeiert haben, geht es steil bergauf. Doch die heimische Liga bleibt auf der Strecke. Wer wirklich etwas werden will, muss schleunigst weg aus Deutschland. Zu amateurhaft sind die Strukturen in den Vereinen (Alba Berlin ausgenommen), zu wenig Interesse von Sponsoren und auch für die Zuschauer sind DBBL-Spiele kein Magnet. Kein Wunder, dass mit Alexandra Wilke (arbeitet nebenbei als Lehrerin) nur eine Nationalspielerin aus dem WM-Kader in Deutschland spielt.

Die Fans haben jedenfalls Bock auf Frauen-Basketball. Das Eröffnungsspiel gegen Spanien ist quasi ausverkauft, insgesamt sind bereits über 200.000 Tickets vergriffen. Das sind übrigens Sphären wie bei der Herren-EM 2022, als unter anderem in Köln und Berlin gespielt wurde. Viele werden sich auch auf das amerikanische „Dream Team“ um Caitlin Clark und Paige Bueckers freuen.

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