TV-KRITIK

Esther und der Löwenpudel

von Redaktion

Das Traum-Trio: Esther, Basti und der Pokal.

Ohren zu, Kakadu! Der VfL Osnabrück wollte dem FC Bayern und seinem Erfolgsvogel im Pokal einen höllischen Empfang bereiten. Die Bremer Brücke als das Istanbul Niedersachsens! Fenerbahçe Osnabrück! Wir saßen wie gewohnt auf der Fernseh-Kommandobrücke und haben genau aufgepasst, wer uns die Ohren betäubt hat.

– Der Tinnef: Die ARD hat die Bedienungsanleitung für den altehrwürdigen Wettbewerb eingeblendet: „Jeder gegen jeden. Gewinner bleibt.“ Auch wenn im Pokal nicht jeder gegen jeden spielt, war man damit solide vorbereitet. Mehrfach wurde die Bremer Brücke beschworen, bei der man unterscheiden muss: Bremer Brücke – Osnabrück! Bremer Lücke – Füllkrug! Die Busaussteig-Interviews waren gewohnt sinnlos. Jonas Urbig erklärte die Marschroute: „Heute geht es darum, quasi die Titel abzuschütteln.“ Vincent Kompany verriet, warum ein Spiel in Osnabrück so gefährlich ist: „Weil es einfach so ist.“ Aha.

– Die Schatzis: Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger müssen nach ihrer Amerika-Rundreise touristisch wieder kleinere Brötchen backen. Aber auch Osnabrück hat seine schönen Seiten, zum Beispiel den Löwenpudel vor dem Dom, der nichts mit einem harmlosen TSV 1860 zu tun hat. Zwischendurch kamen Erinnerungen an die WM hoch, als Esthers „lieber Herr Experte“ mal wieder mit Verspätung ins Bild kam: „Eigentlich ist er das mittlerweile gewohnt, dass er ein bisschen Gas geben muss, wenn er pünktlich hier sein muss.“ Es gibt weiterhin kein Paar, das kein Paar ist, das so putzig miteinander ist.

– Die Kommentatorin: Nach den traumatischen Erinnerungen an die WM, bei der Claudia Neumann die „Dominikanische Republik Kongo“ und den „schnell eingeführten Auswurf“ kreiert hat, war gestern mit Christina Graf – fast – alles besser. Sie feierte die Osnabrücker Führung euphorisch („Wahnsinn! Geniestreich!“) und spürte dann, dass sie die Jubelbilder für sich sprechen lassen muss. Das 1:1 von Harry Kane hat sie aber verschlafen: „Und das isses. Der Ausgleich. Schwer zu sehen, weil sehr sehr viele gerade davor standen.“ Das lag sicher auch am engen und bumsvollen Stadion – aber wenn es Frau Neumann passiert wäre, wäre Deutschland schon wieder auf der Zinne gewesen. Trotzdem gilt der Bayern-Wunsch zur Nacht: „Graf gut, und träum was Schönes!“

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