Ins Viertelfinale geschmettert

von Redaktion

„Es war eine super Teamleistung von uns allen“: Leana Grozer hatte mit 28 Punkten einen riesigen Anteil am Erfolg. © dpa

Istanbul – Die Glückwünsche von Papa Georg Grozer ließen nach der Galavorstellung von Tochter Leana nicht lange auf sich warten. „Wir hatten kurz Kontakt. Er hat sich sehr gefreut und war hyped für mich und das Team“, berichtete die 19-Jährige, nachdem sie soeben die deutschen Volleyballerinnen in einem Fünfsatz-Krimi fast im Alleingang ins EM-Viertelfinale geschmettert hatte.

„Es war eine super Teamleistung von uns allen“, sagte Grozer und reichte die Lorbeeren nach dem umkämpften 3:2 (20:25, 25:21, 25:20, 25:27, 15:8) im Achtelfinale gegen Belgien gleich weiter. Mit 28 Punkten inklusive Matchball nach einer knapp zweieinhalbstündigen Zitterpartie hatte der Youngster jedoch maßgeblichen Anteil an der ersten Viertelfinalteilnahme der DVV-Frauen seit 2019. Natürlich, räumte Grozer ein, sei sie auch „happy, dem Team mit meiner Leistung nochmal den extra Push zu geben“.

Den werden die DVV-Frauen definitiv auch im Viertelfinale am Donnerstag (18.00 Uhr/Sporteurope.tv) brauchen, wenn es in Istanbul zum schnellen Wiedersehen mit dem Gastgeber Türkei kommt. Der Titelverteidiger hatte Deutschland mit dem Heimvorteil im Rücken bereits in der Gruppenphase mit 3:1 bezwungen.

Hoffnung für das erneute Duell kann der Mannschaft von Bundestrainer Giulio Bregoli die gegen Belgien demonstrierte Comeback-Qualität machen – und Mentalitätsspielerin Grozer. Unbeeindruckt von einem holprigen Beginn war die junge Außenangreiferin immer besser in Schwung gekommen und hatte mit ihren Emotionen, ganz wie der berühmte Vater, auch ihre Mannschaftskolleginnen mitgerissen.

„Leana hat ein überragendes Spiel gemacht“, sagte Co-Kapitänin Lina Alsmeier beeindruckt: „Auch sie hatte erst nicht so einen guten Start und hat sich da auch extrem reingekämpft.“ Die deutsche Volleyball-Ikone Georg Grozer ließ es sich derweil nicht nehmen, die besten Spielszenen seiner Tochter in aller Ausführlichkeit bei Instagram zu posten.

Doch um gegen die Türkei bestehen zu können, wird es mehr als einen Sahnetag von Grozer brauchen. Einen Stolperstart oder zwischenzeitliche Schwächephasen wie gegen Belgien wird sich das DVV-Team gegen den Turniermitfavoriten kaum leisten können.

Doch Grozer, für die es das erste große Turnier mit der A-Nationalmannschaft ist, blickt voller Zuversicht und Vorfreude nach vorne. Aus dem Achtelfinale könne man „sehr viel positive Energie mitnehmen“, erklärte sie. Gegen die Türkei werde die Halle voll und „sehr laut“ sein: „Es wird ein sehr cooles Spiel, auf das wir uns alle freuen.“

Der bislang letzte Halbfinaleinzug auf europäischer Bühne gelang den DVV-Frauen 2013, damals reichte es am Ende sogar für Silber.SID

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