Urbig wird zum Neuer-Double

von Redaktion

„Warst du mal im Tor?“: Torwart reagiert wie sein Ziehvater – und freut sich auf Klopp

Damals auf Zypern: Neuers Vorbild-Interview. © Screen

„Der war unhaltbar“: Urbig ließ beim 1:0 keine zwei Meinungen zu. © Ebener/dpa

Osnabrück – Als Jonas Urbig nach dem Pokalsieg gegen den VfL Osnabrück vor die Mikrofone trat, erlebten die anwesenden Reporter ein Déjà-vu. Auf die Nachfrage, ob das 30-Meter-Traumtor von Osnabrücks Robin Meißner schlicht unhaltbar gewesen sei, oder mit einer anderen Positionierung eine Parade möglich gewesen wäre, antwortete Urbig: „Warst du schon mal Torwart? Pass auf: Der schießt, dann rutscht ihm der Ball ein bisschen ab und dann schlägt er im Winkel ein. Ich bin sehr selbstkritisch – aber Gratulation an ihn, der war unhaltbar.“

Diese Antwort hat man doch schonmal gehört? Richtig, vor ziemlich genau einem Jahr von Manuel Neuer, nachdem er beim Auswärtsspiel gegen Pafos in der Champions League ein ähnliches Gegentor kassiert hatte: „Warst du schon mal im Tor? Pass auf: Der holt aus und lässt den Ball über den Spann rutschen. Eigentlich wäre er in meine Richtung gegangen, aber dadurch, dass er über den Spann rutscht, siehst du erst später, dass er rechts weggeht.“

Und natürlich hatten beide Antworten eine kuriose Note: Schließlich gilt Neuer als Urbigs Ziehvater beim FC Bayern, der den jungen Torwart für seine eigene Nachfolge aufbaut. Neben Tipps beim Torwartspiel scheint Urbig nun allerdings auch Neuers Rhetorik zu übernehmen.

Doch neben allen Fragen zum Pokalspiel verriet Urbig auch weitaus interessantere Dinge – wie einen Austausch mit Jürgen Klopp, der ihn beim nächsten Lehrgang in anderthalb Wochen für die Nationalelf berufen könnte: „Es war ein gutes Gespräch.“ Um sich für die DFB-Elf zu empfehlen, muss der junge Keeper natürlich möglichst viel spielen. Eine Zielvorgabe an Einsätzen setze er sich dabei aber nicht: „Ich habe mir das Ziel gesetzt, jedes Spiel gesund und verfügbar zu sein. Die Menge wird man dann sehen, letzte Saison waren es 20 Spiele. Eine konkrete Zahl habe ich mir aber nicht vorgenommen.“ Zumindest nicht offiziell.VINZENT TSCHIRPKE

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