Bayern lässt Federn

von Redaktion

0:0 auf Schalke: Münchner hadern mit Chancenwucher

Ein Gesicht, das Bände spricht: Aleksandar Pavlovic. © Imago

Nicht zufrieden: Trainer Vincent Kompany. © Hölter/Imago

Auch Luis Diaz verzweifelte an Schalke-Torwart Loris Karius. © Hölter/Imago

München – Auf diesen Moment hatten die Schalker lange gewartet: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“, tönten zehntausende Gelsenkirchener Fans nach Abpfiff am Samstag siegestrunken durch die Veltins-Arena. Dabei hatte der FC Schalke bei diesem 0:0 gegen den FC Bayern nicht gewonnen und die Münchner auch nicht verloren – aufgrund der Vorzeichen vor der Partie fühlte es sich aber fast danach an.

Schließlich ging es in den Diskussionen rund um dieses Topspiel am zweiten Spieltag zuvor eigentlich immer nur um die Frage, wie hoch der FCB nun dieses Mal über Schalke hinwegfegen würde. 4:0, 5:0 oder sogar 6:0? Am Ende wurde es eben ein 0:0, das sich die Königsblauen hart erkämpften – und das für den Rekordmeister einen kleinen Dämpfer darstellt: „Wenn wir dieses Spiel zehnmal spielen, gewinnst du neunmal und einmal nicht. Und dieses eine Mal war heute“, erklärte Max Eberl nach der Partie. „Wir fahren nach Schalke und wollen gewinnen. Dementsprechend bist du nicht glücklich. Aber wir dürfen es auch nicht überanalysieren, sondern müssen manche Dinge etwas einfacher machen. Dann wirst du wieder gewinnen.“

Doch was waren die Gründe für die Punkteteilung? Vor allem die mangelnde Chancenverwertung, für die sinnbildlich Luis Díaz stand. Gleich drei hochkarätige Möglichkeiten ließ der ansonsten gut aufgelegte Angreifer aus: Zunächst verzog er freistehend vor dem Tor (41. Minute), danach scheiterte er mit einem Lupfer (54.) und blieb kurze Zeit später nochmals am überragenden Schalker Torwart Loris Karius hängen. Neben der schwachen Chancenverwertung kritisierte Eberl aber auch die falschen Entscheidungsprozesse vor dem Tor: „Wir haben sechs Großchancen, davon drei richtige Chancen und drei, wo ich sage: Du stehst eigentlich im Strafraum und solltest nicht mehr ablegen – sondern einfach mal aufs Tor schießen.“

Einen kleinen Anteil an dieser Punkteteilung hatte aber sicher auch die Münchner Rotation: Harry Kane und Michael Olise erhielten am Samstag zunächst eine Pause und kamen erst zur Halbzeit (Kane) beziehungsweise nach einer knappen Stunde (Olise) in die Partie. „Das mit Michael und Harry war einfach eine ganz rationale Entscheidung. Die beiden sind erst ganz, ganz spät aus dem Urlaub nach der WM gekommen. Da ist es nicht selbstverständlich, dass man sagt: ‚Du machst 90 Minuten, 90 Minuten, 90 Minuten.‘“, erklärte Vincent Kompany die Änderungen in der Startelf. „Das Pokalspiel in Osnabrück hat auch Kraft gekostet. Da kannst du nicht immer diese volle Belastung auf diese Jungs packen.“

Und so reißen mit dem unerwarteten 0:0 auf Schalke gleich zwei Serien: Zunächst einmal hat der FC Bayern erstmals seit dem 0:2 im Viertelfinale der Club-WM im vergangenen Juli kein Tor erzielt. Und darüber hinaus heißt der Tabellenführer der Bundesliga erstmals seit fast zwei Jahren (!) nicht mehr Bayern München (zuletzt am 2. Spieltag der Saison 2024/25).

Viel Zeit zum Ärgern haben die Münchner aber nicht: Bereits am Donnerstag steht der Champions-League-Auftakt gegen Bodø/Glimt an (21 Uhr, DAZN), am Sonntag folgt dann das Auswärtsspiel in Elversberg – wo die Bayern sich gerne wieder zurück an die Tabellenspitze schießen würden.VINZENT TSCHIRPKE

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