Der Krattenmacher-Hammer

von Redaktion

Ex-Bayer beglückt die SV Elversberg – Kleindienst-Kritik: „Zu viel TikTok“

Er kam und traf sofort: Maurice Krattenmacher, Elversbergs Ass in Mönchengladbach. © David Inderlied/dpa

Mönchengladbach – Maurice Krattenmacher wusste nicht so genau, wem er diesen grandiosen Tag überhaupt zu verdanken hatte. Wer hatte den famosen Matchwinner des 4:3 der SV Elversberg bei Borussia Mönchengladbach eigentlich eingewechselt? Cheftrainer Vincent Wagner, der in dieser 65. Minute schon mit Gelb-Rot auf der Tribüne saß, per Handzeichen? Oder doch einer der Co-Trainer, die nun das Kommando hatten? „Gute Frage“, sagte Krattenmacher. „Ich denke mal beide.“

Das hätte auch die Antwort darauf sein können, welches seiner Tore ihm am Samstag besser gefallen hatte. Das 2:3 aus Elversberger Sicht, der große Hoffnungsmacher, im Fallen nach einem Lattentreffer erzielt, nur eine Minute nach seiner Einwechslung. Oder das 4:3, die Entscheidung für das kleinste Dorf der Bundesliga-Geschichte, in der zweiten Minute der Nachspielzeit – unmittelbar, nachdem er eine gigantische Chance vergeben hatte.

So oder so: „Es war der Hammer“, sagte Krattenmacher, der beim FC Bayern München ausgebildet worden, aber nie in der dortigen Profi-Mannschaft zum Einsatz gekommen war. Er wurde an den SSV Ulm ausgeliehen, dann an Hertha BSC, schließlich wechselte er vor Saisonbeginn fest nach Elversberg. Dort will er mit seinen Teamkollegen „eklig sein“. Das ist an den ersten beiden Spieltagen bestens gelungen.

Zunächst hatte die SVE den hohen Favoriten Bayer Leverkusen beim 3:2 blamiert, nun drehte sie in Mönchengladbach ein 1:3 in ein 4:3. Die Bundesliga-Tabelle dürfen sich Krattenmacher und seine Mitspieler nach einer „schönen und angenehmen Rückfahrt“ einrahmen.

Tim Kleindienst hingegen war genervt. Aber so richtig. Der Mönchengladbacher Stürmer holte zum Rundumschlag gegen die eigene Mannschaft aus – und er traf vor allem seine jungen Mitspieler. „Wir waren alle mal jung, machen alle mal Fehler“, sagte Kleindienst, „aber wir wollten anfangen, im Spiel auch mal zu lernen.“ Alle sollten „schleunigst mal irgendwie unseren Fokus so hochfahren, dass der auch 90 Minuten hält. Keine Ahnung, woran es liegt. Weniger TikTok gucken, oder was weiß ich. Ist mir eigentlich wurscht, was sie machen.“

Nach der 3:1-Führung hatte sich die Borussia als Sieger gewähnt. „Ich habe keine Worte dafür. Wir haben es verschissen. Es geht definitiv in die falsche Richtung“, sagte Kleindienst über den folgenden Kollaps. Mit seiner Kritik an den Mitspielern war er noch nicht fertig. „Am Ende sollen sie irgendwas machen, dass sie die 90 Minuten klar bei Verstand sind und dann den Fokus hochhalten“, forderte er. Es gehe um klare Aktionen, „Einfach den Ball von mir aus aufs Tribünendach ballern, aber halt nicht, wie wir es gemacht haben.“SID

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