Max Eberl hatte natürlich Recht, als er über das 0:0 der Bayern auf Schalke sagte, dass man diese Art der Partie neun von zehn Malen gewinnen würde. Denn natürlich hatte der FC Bayern extrem viele Torchancen, natürlich war er überlegen – und natürlich kann dieses Spiel auch ganz anders ausgehen, wenn er eine Chance früh nutzt und der FC Schalke irgendwann mehr Risiko eingehen muss und sich öffnet.
Dass es aber überhaupt dieses eine Mal gab und der haushohe Favorit seinen eigentlichen Lieblingsgegner nicht schlagen konnte, den er in den letzten Jahren, so Schalke oben war, zuverlässig aus dem Stadion schoss, dient trotzdem als eine Art Lehrbeispiel für den Rest der Liga. Denn für viele Mannschaften ist eine Eins-von-zehn-Quote gegen den FC Bayern immer noch eine ganz akzeptable Aussicht – und sie werden sich genau anschauen, womit die Schalker dem Rekordmeister zwei Punkte abgeluchst haben.
Neben der angesprochenen Chancenverwertung des FC Bayern waren es nämlich auch Schalker Qualitäten, die dieses unerwartete Unentschieden möglich gemacht haben: selbstverständlich viel Kampfgeist, ein gut aufgelegter Torwart und Zweikampfschärfe – aber auch Mut im eigenen Passspiel, um das Münchner Gegenpressing zu überstehen.
Denn Schalke hat gewonnene Bälle nicht nur rausgeschlagen, sondern sich auch hinten herausgespielt und ist so zu eigenen Umschaltsituationen gekommen, die mit etwas schnelleren Stürmern noch gefährlicher hätten werden können. Aus Sicht der Bundesliga kann man daher nur hoffen, dass sich weitere Vereine ein Beispiel daran nehmen und den gleichen Mut besitzen.
Aus Sicht des FC Bayern kann man diese Partie dagegen als minimalen Weckruf interpretieren, auch wenn man das Resultat nicht überdramatisieren muss. Schließlich hatte man genug eigene Torchancen, die Leistung war keine besonders schlechte. Aber: Mit ein paar Prozentpunkten weniger, die angesichts des vollen Spielplans an diesem Samstag womöglich gefehlt haben, reicht es auch in der Bundesliga nicht immer zu einem Sieg. Zumindest bei einer von zehn Partien.