Monza – Heimsieger Kimi Antonelli stieß nach seiner irren Aufholjagd von Monza spitze Glücksschreie aus, von den Tribünen jubelten dem Mercedes-Jungstar sogar die Ferrari-Fans zu. Von Startplatz 19 raste der Italiener in einem spektakulären Formel-1-Rennen noch zum Sieg vor seinem vollkommen hilflosen Teamkollegen George Russell und kommt dem WM-Titel immer näher. „Oh mein Gott, das ist wie ein Traum“, stammelte Antonelli, ehe er sich eine italienische Fahne um die Schultern legte.
Seit 1966 Ludovico Scarfiotti im Ferrari triumphierte, hatten die Tifosi auf den Sieg eines Landsmanns in Monza warten müssen. „Unser italienischer Held, das war so verdient, es war fantastisch“, rief Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinem Wunderjungen zu. „Unglaublich, mir fehlen die Worte. Mein Puls ist ganz oben im Himmel“, krächzte Papa Marco mit heiserer Stimme. Weder eine fette Startplatzstrafe wegen eines unerlaubten Motorenwechsels noch die überharte Gegenwehr von Stallrivale Russell hielten Antonelli auf.
Im WM-Klassement hat der 20-Jährige nach seinem siebten Saisonsieg jetzt 66 Punkte Vorsprung auf seinen Teamgefährten. Superstar Lewis Hamilton liegt nach Platz sechs schon 76 Zähler zurück. Die Hoffnung der Scuderia auf rote Festspiele war früh geplatzt, als Charles Leclerc nach einem kapitalen Unfall ausschied und Hamilton zurückfiel.
Hinter dem Mercedes-Duo holte sich Max Verstappen im Red Bull den dritten Podiumsplatz. Dahinter folgte Weltmeister Lando Norris im McLaren. Nico Hülkenberg blieb im Audi als Zwölfter ohne WM-Punkte.
Völlig überraschend durfte sich der Franzose Pierre Gasly auf den besten Startplatz stellen. Der Alpine-Fahrer hatte in der Qualifikation die Konkurrenz düpiert und sich und seinem Team die erste Pole Position in der Formel 1 gesichert. „Die Formel 1 ist so viel aufregender, wenn man von vorn startet“, sagte der 30-Jährige bei der Fahrerparade. Am Ende wurde er Siebter.