„Uns fehlen die Worte!“

von Redaktion

Löwen zeigen sich fassungslos nach dem spätem Schock beim 2:2 in Vilzing

Bedient: Trainer Alper Kayabunar. © Hoppe/dpa

Später Nackenschlag: Ex-Löwe Markus Ziereis (r.) köpfte zum Ausgleich. © sampics

Enttäuschung in Vilzing: Die Spieler des TSV 1860 ließen nach dem Remis die Köpfe hängen. © sampics

München – Die Nachspielzeit in Vilzing am Freitagabend war bereits abgelaufen, als DJK-Linksverteidiger Alexis Fambo zur Flanke ansetzte – und das Unheil für den TSV 1860 München seinen Lauf nahm. „Ausgerechnet“ Markus Ziereis entwischte der Löwen-Defensive und köpfte zum 2:2-Endstand ein. Schiedsrichter Patrick Krettek pfiff erst gar nicht wieder an. Die Vilzinger rissen ungläubig die Arme nach oben, die Sechzger sackten völlig konsterniert auf dem Rasen zusammen. Wieder kein Sieg. Das vierte Unentschieden im sechsten Spiel – 1860 kommt in der Regionalliga Bayern nicht so recht von der Stelle. „Der Schiri hatte schon die Pfeife im Mund. Wenn wir den Ball noch einmal rausschießen, ist das Spiel vorbei“, haderte Löwencoach Alper Kayabunar nach dem Abpfiff. So wütend hatte man den sonst so besonnenen 40-Jährigen seit Saisonbeginn noch nicht erlebt.

Schon auf dem Rasen steckten seine Spieler die Köpfe zusammen, betrieben Ursachenforschung. Ein sichtlich angefressener Felix Weber versuchte es nach dem Spiel mit einer Erklärung: „Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Wir müssen das 2:1 ziehen. Dreckiges Spiel, fertig. So stehen wir wieder scheiße da. Er kommt frei zum Flanken. Ich muss entweder ein Stück weiter hinten oder Lasse (Faßmann; Red.) ein Stück weiter vorn stehen.“

Tunay Deniz, der mit einem irren 65-Meter-Tor für die zwischenzeitliche 2:1-Führung gesorgt hatte, tat sich schwer mit einer Einschätzung: „Ich frage mich auch, wie so etwas in der letzten Aktion passieren kann. Da musst du als Spieler eigentlich alles reinwerfen. Ich weiß nicht, wie die Zuordnung war, das müssen wir intern aufarbeiten.“

Wieder einmal führten die Löwen, wieder einmal mussten sie feststellen, dass Spiele gegen 1860 beim Gegner nochmals die letzten Prozentpunkte herauszukitzeln scheinen. Auch die Vilzinger wehrten sich nach Kräften – und griffen dafür auch in die Trickkiste. Kayabunar berichtete nach dem Spiel: „Ich habe mir sagen lassen, dass der Platz normalerweise gewässert wird. Das war heute nicht der Fall, der Platz war sehr stumpf.“ Ob die Geschichte wahr ist? Das verschmitzte Grinsen der Vilzinger Verantwortlichen sprach Bände.

Kayabunar war jedoch weit davon entfernt, die Schuld am neuerlichen Rückschlag beim Rasen zu suchen. Er betonte vielmehr, dass sein Team es mehrfach verpasst habe, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Ins selbe Horn blies auch Weber, der nach auskurierter Bauchmuskelzerrung 90 Minuten auf dem Rasen stand: „Wir haben es einfach verpasst, das dritte Tor zu machen und hinten am Ende zu viele Flanken zugelassen.“

Ausgerechnet Ziereis

Diese letzte, für 1860 so schmerzhafte Flanke, versenkte ausgerechnet Herzenslöwe Ziereis, der im Anschluss auf einen Jubel verzichtete. Im BR betonte Ziereis, dass der Treffer unterschiedliche Gefühle in ihm auslöste: „Ausgerechnet ich. Das ist der absolute Wahnsinn. Auch wenn es mir für alle Löwenfans natürlich leidtut.“ Doch niemand im 1860-Lager nahm Ziereis den Treffer übel. Dazu hatte man auch zu viel vor der eigenen Türe zu kehren.MARCO BLANCO UCLES

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