BVB und der Bergamo-Albtraum

von Redaktion

Im Februar kollabierte Dortmund in der Lombardei – nun soll es in der CL besser laufen

Diese Bilder – hier nach der 1:4-Klatsche bei Atalanta – sollen sich für den BVB nicht wiederholen. © Gambarini/dpa

Dortmund – Der Albtraum von Bergamo holte Borussia Dortmund mit voller Wucht wieder ein. Als der BVB vor zwei Wochen seinen Jahresabschluss vorstellte, waren Dutzende Millionen Euro Mindereinnahmen direkt oder indirekt auf den blamablen Champions-League-Kollaps in der Lombardei im Februar zurückzuführen. Diese Saison soll, ja, muss es besser werden – beginnend mit dem Auftakt gegen den FC Villarreal am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video).

„Wir werden zeigen, dass wir uns auch vor den besten Teams in Europa nicht verstecken müssen“, versprach der neue Sportdirektor Ole Book den Fans vorab. Villarreal, nach vier Spieltagen in Spanien siegloser Tabellen-16., ist allerdings eher der gehobenen Mittelklasse des europäischen Fußballs zuzuordnen. Am Samstag soff das „gelbe U-Boot“, einst der Bayern-Schreck im Viertelfinale der Königsklasse, in der spanischen Liga gegen Deportivo A Coruña ab – das entscheidende Tor beim 2:3 erzielte der frühere BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang kurz vor Schluss.

Die dickeren Brocken im Dortmunder Europapokal-Spielplan sind definitiv der englische Meister FC Arsenal, der italienische Meister Inter Mailand und Europa-League-Sieger Aston Villa.

Umso wichtiger ist es also, jetzt schon erste Punkte für den – möglichst direkten – Achtelfinal-Einzug ins Säckchen zu packen: „Wir werden zum Auftakt bereit sein“, so Trainer Niko Kovac an. AEK Athen, Sabah FK aus Aserbaidschan, die vergangenen Saison so starken Norweger von FK Bodö/Glimt und auch Betis Sevilla gehören in die Kategorie „schlagbar“.

Zumindest jedenfalls, wenn der BVB am Dienstagabend unter Flutlicht sein strahlendes Gesicht der letzten halben Stunde aus dem Ligaspiel bei der TSG Hoffenheim zeigen kann. „Wir müssen einfach von der ersten Minute an viel schärfer sein“, fordert Kovac. Denn die Dortmunder wurden am Samstag 60 Minuten lang an die Wand gedrückt, sie hätten auch schon 0:4 zurückliegen können – stattdessen drehten sie ein 0:2 mit einem Kraftakt noch in ein 3:2. Lars Ricken grinste in sich hinein: „Wo der BVB spielt, ist immer etwas los“, sagte der Sport-Geschäftsführer.

In der Champions-League-Saison 2025/26 jedenfalls fasste der BVB mit ganzer Hand auf die heiße Herdplatte, und er beteuert, gelernt zu haben: sportlich wie finanziell. Er hat sich von einigen Großverdienern getrennt, die aber keine Topleistungen gebracht haben, andererseits plant er nicht mehr mit dem Viertelfinale der Königsklasse, sondern nur noch mit dem Achtelfinale. Aber selbst das hatte er durch das Playoff-Aus bei Atalanta (1:4 nach 2:0 im Hinspiel) vorige Saison ja verpasst. Es geht ab sofort auch um das Dortmunder Selbstverständnis, weiterhin der Elite Europas anzugehören.

Sorgen plagen den BVB vor allem in der Abwehr. Nico Schlotterbeck, Emre Can, Ramy Bensebaini, bei dem zumindest Hoffnung auf einen Einsatz besteht, und seit Samstag auch Filippo Mane sind verletzt. „Wir müssen ein bisschen zaubern“, sagt Kovac. Taktisch – und auf dem Platz.SID

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