Die deutschen Volleyballer müssen als Team funktionieren. © Frick/dpa
Potsdam – Gleich in seinem ersten Sommer als Bundestrainer muss Massimo Botti ein Problem lösen, das den deutschen Volleyball mit Blick auf die Zukunft seit Jahren umtreibt: Wie kann ein Ausfall von Ausnahmespieler Georg Grozer kompensiert werden?
Die Antwort des 53-Jährigen ist: das Kollektiv. „Niemand kann Georg Grozer eins zu eins ersetzen, denn er ist einer der besten Diagonalspieler in der Geschichte des Volleyballs. Niemand kann die gesamte Verantwortung übernehmen“, sagt Botti der Deutschen Presse-Agentur kurz vor dem Start der Europameisterschaft.
Der 41 Jahre alte Grozer absolvierte die Vorbereitung mit dem Team, wurde aber nicht rechtzeitig fit. Am Ende musste Botti die schwere Entscheidung treffen, den Anführer nicht mit nach Rumänien zu nehmen.
Ein Topscorer für 30 Punkte pro Spiel, wie ihn andere Nationen haben, fehlt den Deutschen. „Jeder muss einen Teil dieser Verantwortung übernehmen, um der Mannschaft zu helfen. Das ist unser Ziel“, sagt Botti. In Cluj-Napoca startet Deutschland am Donnerstag (19.00 Uhr deutsche Zeit) gegen die Türkei in die EM.
„Es hat ihm wehgetan, das hat man gemerkt“, sagt Erik Röhrs über den Ausfall seines Kumpels. „Mir tut es natürlich mega leid.“ Der eigentliche Außenangreifer ist mit seiner Schlagkraft und Athletik nun Bottis erste Option auf der Diagonalen. Er kennt die Position, ist aber noch etwas im Gewöhnungsprozess.
„Man sieht auch noch ein bisschen, dass ich schon noch an ein, zwei Sachen arbeiten kann, vor allen Dingen im Hinterfeld. Aber ich bin da mit Hannes jeden Tag am Rumbasteln, dass wir unseren Ball finden“, sagt der 25-Jährige über die Zusammenarbeit mit Zuspieler Johannes Tille. Seit Jahren wird ein Spieler gesucht, der auf der Diagonalen in Grozers Fußstapfen treten kann. Der designierte Nachfolger Linus Weber ist schon länger nicht bei der Nationalmannschaft dabei, offenbar weil der Verband und er bei bestimmten Themen nicht auf einen Nenner kommen.DPA