Knallhartes Training

von Redaktion

Kompany setzt auf intensive Einheiten seiner Stars

Die Trainingsintensität an der Säbener Straße war in dieser Woche mal wieder sehr hoch. © Philippe Ruiz

Kane und Olise schmeißen sich auch auf dem Trainingsplatz in die Zweikämpfe. © Philippe Ruiz

München – Vincent Kompany hat eine genaue Vorstellung, wie er seinen Abend am 5. Juni verbringen möchte: Im Estadio Metropolitano in Madrid – und zwar mit dem Henkelpott in der Hand. Nicht umsonst hatte der Chefcoach des FC Bayern vor einem Monat den Triumph in der Königsklasse öffentlich ausgerufen: „Unser Ziel ist der Gewinn der Champions League. Wir wollen die Champions League gewinnen, daran gibt es keinen Zweifel!“

Für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus gehören die Bayern zum engsten Kreis der Titelanwärter in der Königsklasse. In seiner Sky-Kolumne nannte der ehemalige Bayern-Kapitän zusammen mit seinem Ex-Club auch den Londoner Vorjahresfinalisten FC Arsenal, Spaniens Meister FC Barcelona und Rekordsieger Real Madrid sowie Titelverteidiger Paris Saint-Germain als Favoriten. Doch erst einmal muss der deutsche Rekordmeister am Donnerstag seine Hausaufgaben gegen den letztjährigen Favoritenschreck FK Bodö/Glimt (21 Uhr, DAZN) im ersten Spiel der Ligaphase erledigen.

Seit Montag bereitet sich das Münchner Star-Ensemble auf den norwegischen Gegner vor – und zwar gewohnt intensiv. Wie heiß es bei den Trainingseinheiten an der Säbener Straße hergeht, hat nun Tom Bischof im Rahmen einer Pressekonferenz für den vereinseigenen Teens Club verraten: „Vielleicht denken viele, dass wir im Training ein bisschen runterfahren oder dass Top-Stars wie Harry Kane, Michael Olise oder Luis Diaz dann weniger machen. Aber bei uns ist es so: Unser Ziel ist es, dass das Training härter ist als das Spiel am Wochenende. Damit wir dann perfekt vorbereitet sind. Das wissen nicht viele. Wir wollen immer ans Limit oder darüber kommen.“

Kompany setzt dabei gerne auf intensive Spielformen mit Wettkampfcharakter – mal auf ein, mal auf zwei oder mal auf drei Tore. Der belgische Fußballlehrer ist dabei immer mitten im Geschehen und heizt seinen Spielern lautstark mit Kommandos ein. Im Eifer des Gefechts kann es schon mal vorkommen, dass der 40-Jährige von einem seiner Schützlinge martialisch fordert: „Kill him!“ (zu Deutsch: „Töte ihn!“). Oder, dass Kompany höchstpersönlich gegen den Ball tritt oder in alter Abwehrspieler-Manier seine Stars spontan in einen Zweikampf verwickelt.

Höhepunkt ist natürlich immer das Abschlussspiel mit 22 Mann auf dem Trainingsplatz. „Das Elf-gegen-Elf weil es einfach ein brutales Level ist. Das habe ich noch nie erlebt, das ist einfach eine brutale Qualität – und dadurch verbessert man sich tagtäglich“, berichtet Bischof. Kompany hat sich vor seiner dritten Saison als Bayern-Trainer viele Gedanken gemacht, wie er seinen bisherigen Fußball noch ein Stück weiterentwickeln kann.

In den ersten Saisonspielen wurde bereits deutlich, dass der 40-Jährige dabei auf das Thema Variabilität setzt. Der richtige Ansatz. Das 0:0 auf Schalke am Wochenende hat gezeigt, dass sich die Gegner mittlerweile auf das hohe Pressing und aggressive Gegenpressing der Bayern eingestellt haben. Das Team von Kompany wird in dieser Saison noch häufiger auf Gegner treffen, die tief stehen, Räume verdichten und aus jeder geklärten Szene Energie ziehen. Bodö/Glimt wird ähnlich spielen – und die Bayern im Zuge dessen entsprechend (hart) trainieren.M. BONKE, P. KESSLER

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