Traumtor und große Träume

von Redaktion

Tanikawa stopft die Stanway-Lücke und will den Ballon d‘Or

„Momo“ will die beste Spielerin der Welt werden.

Traf aus rund 40 Metern: Ojukwu. © DiZ-PiX/Hamelau/imago

München – Direkt hinter der Mittellinie knöpfte Momoko Tanikawa ihrer Gegenspielerin Nicole Ojukwu den Ball ab, sie zögerte keine Sekunde und zog sofort ab. Aus rund 40 Metern überlupfte die Japanerin die weit vor ihrem Kasten stehende Freiburger Torhüterin Anna Reimann zur Führung für die Frauen des FC Bayern. „Als ich den Ball bekommen habe, habe ich die Torhüterin und das leere Tor gesehen. Also habe ich geschossen“, kommentierte Tanikawa ihren Geniestreich nach Abpfiff gewohnt bescheiden und zurückhaltend. Beim Sieg der Bayern-Frauen am Sonntag im Campus-Stadion erzielte die 21-Jährige auch noch den Treffer zum 4:1-Endstand gegen den SC Freiburg.

Für „Momo“ waren es die ersten beiden Scorerpunkte in dieser Saison. Was vor allem damit zusammenhängt, dass die Mittelfeldspielerin derzeit in einer defensiveren Rolle zum Einsatz kommt als in der letzten Saison. Nach dem Abgang von Georgia Stanway lief Tanikawa zuletzt als Sechserin an der Seite von Bernadette Amani auf. Diese Zeit dürfte aber bald vorbei sein. Lena Oberdorf gab bereits in der vergangenen Woche ihr Comeback und hinterließ nach ihrer Einwechslung gegen Freiburg einen starken Eindruck. Mit Sarah Zadrazil (Kreuzbandriss) kehrte eine weitere defensive Mittelfeldspielerin am Sonntag zurück. „Obi und Zadi kommen so langsam zurück, aber im Moment haben wir nur Bernadette Amani als Sechserin, weshalb wir Momoko noch in der Rolle im defensiven Mittelfeld brauchen. Aber wenn alle wieder zurück sind, wird sie wieder auf der Zehn spielen. Da hat sie ihre größten Stärken“, kündigte Trainer José Barcala an.

Dass Tanikawa vor allem eine herausragende Spielmacherin ist, daran besteht für den Spanier kein Zweifel. Ihre Fähigkeiten, Tore zu schießen und vorzubereiten, ein Spiel zu lesen und zu lenken, machen die japanische Nationalspielerin zu einem der größten Talente in der Welt des Frauenfußballs – und zu einem zentralen Bestandteil in den Zukunftsplanungen der Bayern-Frauen. Und wenn es um die eigene Zukunft geht, legt „Momo“ ihre Zurückhaltung ab: Ihr Traum ist es, eines Tages die beste Spielerin der Welt zu werden. „Das ist pure Motivation. Ich will dieses Ziel wirklich erreichen und glaube daran – bei allem, was ich tue. Dass andere um mich herum auch mein Potenzial sehen, treibt mich an“, sagte sie vor der Saison im Mitglieder-Magazin des FC Bayern. CHRISTIAN STÜWE

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