Fußball ist ein Fehlersport, so lautet die altbekannte Regel. Wer weniger Fehler macht, gewinnt Spiele und Titel – und wer die besseren Spieler hat, zwingt den Gegner zu mehr Fehlern. Das stimmt natürlich. Gleichzeitig wird dabei ein wichtiger Faktor vergessen: der Zufall. Wenn sich das Niveau angleicht, meist ab dem Viertel- oder Halbfinale der Champions League, spielen Glück oder Pech eine entscheidende Rolle.
Nicht umsonst stellte Vincent Kompany am Mittwoch, als er nach den Lehren der vergangenen Champions-League-Saison gefragt wurde, noch mal genau diesen Faktor heraus: Vergangene Spielzeit wurde den Bayern im Halbfinale gegen Paris eine gegnerische Gelb-Rote Karte verwehrt, im Jahr zuvor fehlten gegen Inter Mailand im Viertelfinale zahlreiche Stammspieler. Kompany wollte diese Gründe bewusst nicht als Ausrede verstehen, sie waren schlicht Pech – und hatten dennoch entscheidenden Anteil am jeweiligen Ausscheiden.
Nun stellt sich der FC Bayern zum Start der neuen Champions-League-Saison natürlich die Frage, wie man den Einfluss von Glück und Pech bestmöglich minimieren kann. Und die Antwort lautet: indem man seinen Kader verstärkt und dadurch die Auswirkungen möglicher Ausfälle minimiert – und indem man spielerisch noch besser wird.
Und in beiden Aspekten wirkt der FC Bayern in diesem Jahr so gut aufgestellt wie lange nicht: Durch die Zugänge von Nathaniel Brown und Ismael Saibari wurde der Kader nicht nur numerisch gestärkt, aufgrund ihrer Flexibilität decken sie gleich mehrere Positionen ab. Dazu befindet sich Harry Kane weiterhin in überragender Verfassung; Jamal Musiala, Serge Gnabry und Lennart Karl stoßen peu à peu hinzu. Und Torwart Manuel Neuer steht mit all seiner Erfahrung noch in dieser Spielzeit im Tor, bevor nächstes Jahr der Umbruch ansteht.
Es drängt sich also folgender Schluss auf: Ein besseres Jahr für den Titel in der Königsklasse wird es so schnell nicht geben. Auch wenn diese Prognose natürlich noch von einigen Umständen widerlegt werden kann. Vor allem dem Zufall.