Emre Erdogan (links) bleibt ein Löwe. © TSV 1860
Optimist: 1860-Torwart Vitus Eicher. © Christ/Imago
München – Die erfahrenen Spieler der Löwen müssen in dieser Saison vorangehen. Das gilt nicht nur auf dem Platz, sondern vor allem daneben. Wann immer Medientermine anstehen, werden Rotuniers wie Vitus Eicher zu den wartenden Reportern geschickt. So scherzte der 35-Jährige am Montag nach der Wiesn-Challenge von Hacker-Pschorr: „Jetzt sehen wir uns schon wieder.“ Der Keeper nahm sich gut gelaunt Zeit für die anwesende Presse.
Am Gemütszustand Eichers ändert auch der etwas holprige Saisonstart der Sechzger nichts. Nur zwei der ersten sechs Spiele in der Regionalliga Bayern konnte 1860 gewinnen. Zuletzt fingen sich die Löwen in letzter Sekunde den bitteren 2:2-Ausgleich in Vilzing: „Das Ergebnis hängt ein wenig nach, aber der Fußball ist schnelllebig. Wir haben am Freitag (um 19 Uhr beim Heimspiel im Grünwalder gegen Schwaben Augsburg; Red.) die Chance, es wiedergutzumachen“, erklärt Eicher, der bei beiden Gegentreffern chancenlos war.
Die große Erwartungshaltung der Öffentlichkeit an die Mannschaft überrasche innerhalb des Clubs niemanden. Schließlich sei das „Normalität bei Sechzig“. Für viele Spieler im Kader sei das große mediale Interesse Neuland, erklärte Eicher: Die Jungs haben teilweise Bayernliga oder in der U 19 gespielt letzte Saison, jetzt herrscht natürlich mehr Druck.“ Auf die vielen Punkteteilungen blickt der gebürtige Erdinger mit gemischten Gefühlen: „Mit Sicherheit ist es von den Punkten her zu wenig, für das, was die Spiele hergegeben haben. Wir hätten in jedem Spiel tendenziell die drei Punkte holen können.“
Eicher wirbt für Verständnis dafür, dass die Löwen nach wenigen Wochen gemeinsamen Trainings noch nicht hundertprozentig eingespielt sein können: „Nach so einer schwierigen Phase ist aber auch positiv zu sagen, dass wir jedes Spiel auf Augenhöhe bestreiten. Wir sind neben Buchbach das einzig ungeschlagene Team.“ Gegen den Tabellenzwölften Schwaben Augsburg nur weiterhin ungeschlagen zu bleiben, dürfte die leise aufkommende Kritik im Umfeld kaum verstummen lassen. Die Löwen wollen am Freitag endlich zeigen, auch im Grünwalder Stadion siegen zu können.MARCO BLANCO UCLES