Mission Madrid

von Redaktion

Bayern nimmt gegen Bodö Kurs auf den Henkelpott: „Alles ist drin!“

Fokussiert: Kimmich am Donnerstag. © Ruiz

Ort des Showdowns: Im Metropoltitano-Stadion von Madrid wird am 5. Juni der Sieger gekürt. © Souto/Imago

Diesmal soll es andersrum ausgehen: Harry Kane und die Bayern wollen Paris St. Germain vom Thron stoßen. © IMAGO/Steffie Wunderl/IMAGO/Beautiful Sports International

Krönender Abschluss: Neuer ist motiviert. © Ruiz

München – Wenn an diesem Donnerstag um kurz vor 21 Uhr das erste Mal in der laufenden Saison die Champions-League-Hymne in der Allianz Arena ertönt, ist Madrid in jeglicher Hinsicht weit weg. 1500 Kilometer Luftlinie sind es sowieso, gute zehn Grad Celsius Unterschied obendrein – vor allem aber werden nach dem Start gegen Bodö/Glimt (21 Uhr/DAZN) noch 269 Tage vergehen, ehe der FC Bayern direkten Kurs auf den finalen Akt in der spanischen Hauptstadt nimmt. Am 5. Juni des kommenden Jahres wird im Atletico-Stadion Metropolitano der König von Europa gekürt. Und zum Auftakt stellte Kapitän Manuel Neuer noch mal unmissverständlich klar, was in diesem Verein jeder ausstrahlt: „Es ist unser großes Ziel, Champions-League-Sieger zu werden.“

Um zu sehen, dass sich der Vorhang zur großen Bühne gut vier Monate nach dem Halbfinal-Aus gegen den späteren Sieger Paris Saint-Germain wieder öffnet, reichte am Mittwoch ein Blick in den Presseraum an der Säbener Straße. Mehr als dreimal so viele Journalisten wie sonst hatten dort Platz genommen, es mussten sogar Stühle angebaut werden. Und sie alle hörten das Selbstvertrauen, das der Double-Sieger trotz der Nullnummer am vergangenen Wochenende auf Schalke in sich trägt. Neuer formulierte die Ambitionen in der siebten Saison seit dem letzten Gewinn des Henkelpotts noch offensiver als sein Trainer, indem er sagte: „Ich weiß, dass alles drin ist mit dieser Mannschaft, dem Trainerteam und dem Spirit.“ Auch weil er spüre, dass die Zeit reif sei, habe er noch eine Saison drangehängt. Verbunden mit der Hoffnung, die Mission Madrid zum krönenden Abschluss zu machen: Es würde dem 40-Jährigen „alles“ bedeuten, zum dritten Mal nach 2013 und 2020 ganz oben zu stehen. Save the best for last?!

Mindestens 15 Spiele sind es bis auf den Thron. Das, was an diesem ersten und einzigen Champions-League-Donnerstag gegen den norwegischen Tabellenführer Bodö/Glimt ansteht, klingt auf dem Papier nach einer der leichteren Aufgaben – ist es aber nicht. Auch wenn Vincent Kompany über die hohen Ziele explizit sagte: „Lieber sagen und aussprechen – und nicht verstecken!“ Man merkte dem Coach doch an, dass das Videostudium der vergangenen Tage zu einer Menge Respekt vor dem Auftaktgegner geführt hat, der sich in der vergangenen Saison einen Namen als Favoritenschreck gemacht hat. Von einem „homogenen Team“ sprach Kompany. „Sie können rennen, sind alle gut am Ball, wollen verteidigen und pressen.“ Dass die Elf von Trainer Kjetil Knutsen „ohne Angst“ auftreten werde, ist auch bei Neuer und in der Kabine im Laufe der intensiven Trainingswoche schon angekommen. „Wir sind gewarnt“, bestätigte der Kapitän.

Atletico Madrid, ManCity und der BVB wissen als jüngste prominente Bodö-Opfer ganz genau, dass man sich gegen die brennenden Norweger keine Schwächephase erlauben darf. Deshalb ließ Kompany sich auch nicht wirklich locken. Sein Schlusssatz: „Der Weg zum Finale ist noch sehr, sehr weit“ – Ausrufezeichen!H. RAIF, M. BONKE, V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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